Möchte lernen meine Freundin besser zu verstehen

There are 14 replies in this Thread which was already clicked 219 times. The last Post () by Flo.

  • Hallo,

    Ich bin Angehöriger. Ich habe eine wunderbare Frau kennen gelernt, sie ist diagnostiziert. Mehr weiß ich noch nicht. Ich erfahre Bruchstücke.

    Wir waren 4 Wochen getrennt, weil sie einen anderen interessant fand. Nun sehen wir uns wieder. Sie meinte ich soll nicht aufgeben. Das will ich auch nicht. Sie bedeutet mir so viel. Deshalb bin ich jetzt hier. Ich möchte lernen sie besser zu verstehen und mit ihr umgehen zu können.

    Ich will sie nicht wieder verlieren.


    Ich habe mir Bücher gekauft und mich hier angemeldet.

    Sie weiß davon nichts. Meine erste Frage wäre also, ob ich es ihr mitteilen soll.


    Das Wort Beziehung, Gefühle ist auch recht schwer. Vor allem diese Woche ist extrem, durch einen Vorfall.

    Ich habe durch die Distanz gerade Bedenken und grüble. Auch sage ich mir, du vertraust ihr, doch passiert es mir das ich denke, ob sie nicht doch noch einen anderen trifft.

  • Eine weitere Sache wäre...


    Bekannte sagen mir immer mach dich rar, sei der Star... Sie muss um dich kämpfen, denn sie ist gegangen.

    Reagier nicht gleich wenn sie nach dir fragt. Hab nicht direkt Zeit.


    Ich finde das nicht so toll. Ich wurde so erzogen, sich um die Menschen zu kümmern.

    Und wenn ich sie auch sehen will, warum sollte ich sie dann zappeln lassen?


    Diese Woche bat sie mich um etwas Zeit für sich. Ich warte bis sie sich meidet, dass fühlt sich mies an 😢

  • Das mit den Grenzen habe ich auch gelesen. Bisher haben wir darüber noch nicht gesprochen. Und ich weiß noch nicht wie ich das machen kann.

    Deshalb bin ich hier.

    Es ist schwer. Bemühe Ich h nicht, denke ich, das ich sie verliere.

    Und deswegen hinwerfen ist für mich keine Option.


    Gerade überlege ich ob ich ihr schreibe, das ich mir Literatur gekauft habe um sie besser zu verstehen.

  • Nein, habe ich nicht. Das habe ich ja auch gesagt. Deshalb suche ich ja auch nach Infos. Ich will auch nicht immer Ungewissheit haben und mir Gedanken machen wie es läuft. Auch der von dir erwähnte Spielball. Das hin und her.

    Über diese Grenzen muss ich mehr erfahren. Wie sie aussehen können und wie sie umgesetzt werden könnten.


    Momentan ist sie sehr distanziert. Wir konnten darüber noch nicht sprechen.

  • Hallo Flo


    kann mich just me anschließen. Borderliner brauchen Grenzen .... und ja mach dich wirklich rar. ;) Sie muss jetzt aktiv werden, wenn du ihr wichtig bist. Das ist bestimmt nicht einfach auszuhalten, da verstehe ich DIch schon. :(


    Aber es bringt auch nichts ihr "hinter herzulaufen".


    Ich hoffe es klärt sich bald für dich, denn diese Ungewissheit ist bestimmt nicht einfach zu ertragen.


    Bis dann, Smilla

    :smiley712:


    „Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte. Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen! Und alles fortwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag Innezuwerden, dass ich nie gelebt hatte.“

    Henry David Thoreau (1817-1862)

    :smiley764:

  • OK, also versteh ich das jetzt als erste Grenze?

    Und es ist auch OK dies zu tun, auch wenn es ihr gerade nicht gut geht?

    Ihr Bruder hatte die Tage einen zwischenfall und ist nun im Krankenhaus.


    Danke für eure Erklärungen, es ist ein umverstehen für mich. Denn ich war immer da wenn jemand mich brauchte oder es jemanden nicht gut ging.


    Tatsächlich ist es ziemlich schwer. Wir hatten uns langsam wieder angenähert. Und ich würde sie gern sehen.

  • Oh Wow - Hier ist er wieder, "der Borderliner"..

    Helft mir zu verstehen, ist die Junge Dame, um die es hier geht, nun eine Erkrankung, oder ein Mensch, mit allem was einem Menschen ausmacht?

    Versuchen wir den Menschen, oder die Erkrankung zu verstehen, zu lieben??

    Egal.


    Wir waren 4 Wochen getrennt, weil sie einen anderen interessant fand.

    Kann man/frau machen - könnte man auch einzig allein auf eine Erkrankung schieben.

    Nur würde es nichts an meiner Meinung ändern, das ICH einen solchen Menschen, nicht in meinem Leben haben möchte und schon gar keine Beziehung eingehen möchte. Ich persönlich benötige Vertrauen - wenn du lieber Flo, das anders siehst, ist das auch absolut ok!


    Sie meinte ich soll nicht aufgeben.

    Hat hier jemand Essen auf der Warmhalteplatte gestellt? :vogel:




    Bitte nicht persönlich nehmen! :smiley243:

  • Das sie anscheinend den Kontakt abgebrochen hatte, weil sie jemand anderen interessant fand geht gar nicht

    Hat sie denn schon Therapie gemacht oder ist in einer?

    Dbt kann da echt gut helfen, wenn man an sich arbeitet.

    Weil so kann diese Beziehung sehr schwierig sein.

    Würde den anderen auch zustimmen das sich rar zu machen da das beste ist

  • Ich denke in jeder Beziehung, ob nun Bordie oder nicht, ist vor allem wichtig, authentisch zu sein und miteinander zu reden.

    Du kannst doch nicht quasi nach Gebrauchsanweisung mit ihr umgehen. Natürlich ist es wichtig zu verstehen, warum jemand so oder so reagiert. Aber es ist auch für den anderen wichtig zu wissen, was das mit dir macht. Wie oben schon erwähnt, sich abzuwenden, weil man jemand anderen gerade interessanter findet, verletzt einen. Das muss man dem anderen dann auch mitteilen.

    Beides ist wichtig, ihr zeigen und sagen, was du für sie empfindest, aber eben auch klar machen, wo deine Grenzen sind.


  • Mir geht es um sie, sie ist mir wichtig, daher möchte ich mehr über Borderline erfahren. Sie ist ein Mensch mit einer Erkrankung. Ich habe sie nie darauf reduziert. Die letzten Tage und ihre Distanz brachten mich dazu, mich zu informieren.


    Ich benötige auch Vertrauen. Ich verstehe auch was du meinst. Es hat etwas mit mir gemacht, auf jeden fall. Doch betrogen hat sie mich nicht. Sie hat mir alles gesagt und das auch vorher. Könnte man auf die Erkrankung schieben. Nach dem was ich bisher gelesen habe, könnte man dies aber ich habe auch etwas das Gefühl das du das Ironisch meinst.


    Das sie anscheinend den Kontakt abgebrochen hatte, weil sie jemand anderen interessant fand geht gar nicht

    Hat sie denn schon Therapie gemacht oder ist in einer?

    Dbt kann da echt gut helfen, wenn man an sich arbeitet.

    Weil so kann diese Beziehung sehr schwierig sein.

    Würde den anderen auch zustimmen das sich rar zu machen da das beste ist

    Ja, es hat mich, wie gesagt, auch getroffen und zum nachdenken gebracht. Ich kenne ein paar Menschen, bei denen es auch erst auf den zweiten Blick geklappt hat. Von daher ist das für mich OK.


    Sie redet nicht so offen darüber aber ich weiß das sie Stationär war. Das muss wohl etwas länger als ein Jahr her sein. War jedenfalls vor unserem Kennenlernen im letzten Jahr. Sie fährt auch zu Terminen regelmäßig in ihre Heimatstadt zurück.


    Ich denke in jeder Beziehung, ob nun Bordie oder nicht, ist vor allem wichtig, authentisch zu sein und miteinander zu reden.

    Du kannst doch nicht quasi nach Gebrauchsanweisung mit ihr umgehen. Natürlich ist es wichtig zu verstehen, warum jemand so oder so reagiert. Aber es ist auch für den anderen wichtig zu wissen, was das mit dir macht. Wie oben schon erwähnt, sich abzuwenden, weil man jemand anderen gerade interessanter findet, verletzt einen. Das muss man dem anderen dann auch mitteilen.

    Beides ist wichtig, ihr zeigen und sagen, was du für sie empfindest, aber eben auch klar machen, wo deine Grenzen sind.

    Das bin ich, ohne Ehrlichkeit und Authentizität geht nichts. Außer über dieses Thema konnten wir offen reden. Welche Ängste ich habe, habe ich ihr nicht gesagt. ?(

    Ja um das Verstehen geht es mir.

    Die Grenzen habe ich nicht gesetzt. Weil ich, wie schon erkannt wurde, es nicht Verstanden habe.


    Das mit dem rar machen, werde ich versuchen. Doch inwieweit das geht weiß ich auch nicht. Was ist wenn sie sich meldet?


    Ich merke es fällt mir gar nicht so leicht mich auszudrücken.

  • könnte man dies aber ich habe auch etwas das Gefühl das du das Ironisch meinst.

    Um ehrlich zu sein, nein.
    Aber ich war etwas zu kratzig gewesen, das sehe ich ein.

    Leider ist es so, das "wir" und das ist erst einmal nur meine alleinige Auffassung, an vielen Stellen im Leben, im realen sowie online, stigmatisiert werden.

    Ja sogar Warnungen werden vor uns gepostet, geteilt, gelikte - welch Abscheulichkeiten wir wären. Beziehungsunfähig. Vorurteile, Verallgemeinerungen und Reduzierungen. Ja, wir haben ein kaputtes Kind in uns. Ja, wir denken und fühlen oft anders, unverständlich für andere.

    ABER, "wir" sind eigenständige Menschen, "wir" sind genau so unterschiedliche Menschen, wie jeder anderer auch. Wir haben genau so Persönlichkeiten und Charakter. "Uns" vergleicht wenn überhaupt, nur eine Erkrankung, die im Spektrum doch soo vielfältig ist, das kein "Borderliner" gleich ist. (Auch schön, das man eine Erkrankung scheinbar sein kann - "man kann dann wohl auch Krebs sein" :kopfwand: )


    Ja, ich hänge mich gerade an diesen 2 von mir Zitierten Sätzen ein wenig auf..

    Aber würdest du ein solches Verhalten auch dann akzeptieren, wenn du von keiner Erkrankung wissen würdest?

  • Mich würde interessieren, warum ihr da noch nicht drüber geredet habt. Sie hat es dir mitgeteilt und dann nicht weiter drüber geredet?


    Weil sie gesagt hat, sie will nicht drüber reden?


    Weil du keine Fragen gestellt hast aus Unsicherheit?


    Ich kann da nur von mir ausgehen. Wenn ich jemanden kennen lerne und ich mag den und er zeigt mir, dass er mich mag, versuche ich auch frühzeitig zu sagen, was ich für Päckchen mit mir rum trage.

    Fragt er dann nicht näher nach, dann misstrau ich ihm.

    Wie gesagt, so ist es bei mir. Das heißt nicht, dass es bei ihr auch so ist. Wie Munin&Hugin schon sagt, diese Persönlichkeitsstörung ist so vielschichtig. Wenn man ein Bein gebrochen hat, humpelt man, das ist bei allen gleich. Das ist bei psychischen Erkrankungen und insbesondere bei Persönlichkeitsstörungen nicht so. Darum können wir auch nur Vermutungen anstellen. Die einzige, die dir da die richtigen Antworten geben könnte wäre deine Freundin. :)

  • Hallo,


    erstmal Danke für eure Resonanz, das freut mich.


    Niemand muss und sollte sich gezwungen fühlen, sich bei jemand anderem zu Entschuldigen, für das was er denkt und fühlt. Kommunikation ist das a und o, wie Senia sagte. Wenn der andere dann immer noch ein schlechtes Bild hat, dann liebt es vllt auch an ihm. Es gibt Menschen, die wollen immer alles Verstehen und werden es nie schaffen und es gibt Menschen die wollen gar nichts Verstehen was nicht auf ihren Teller passt. Alles was nicht ins Bild der derzeitigen Gesellschafft passt, ist nicht normal und so tritt man dann auch auf. Was du beschreibst, das Vergessen, wer und wie ein Mensch ist... Das Stigma, die Reduzierung auf die Krankheit. Ich kann es ebenso wenig verstehen. Für mich steht der Mensch immer im Vordergrund. Jeder Mensch ist einzigartig, wir alle Verschieden. Auch wenn der Großteil mit dem Strom schwimmt.

    Ich versuche auf meinem Lebensweg mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, lerne Menschen kennen. "Profis" auf ihrem Gebiet, dann knüpfe ich Kontakte. Denn auch wenn ich gerne lerne, alles Können, kann keiner. Aber wissen wo man, Rat und Tat, Hilfe bekommt.


    Um Deine Frage zu beantworten, tatsächlich, ja ich würde sie auch lieben wenn sie nicht von der Krankheit betroffen wäre. Ich würde auch dann um sie kämpfen. Es gab einfach Gründe und es gehören immer zwei dazu. Ich werde meinen Teil dazu beigetragen haben, wie sie auch. Das Leben ist keine Unendlichkeit, es passiert viel. Chancen nutzen. Ob es klappt werde ich sehen. Jetzt gehen wir erstmal wieder gemeinsam den neuen Abschnitt des Weges.


    Ich habe mich nicht immer getraut meine Fragen zu stellen. Und ja, ich war auch Unsicher. Bin es noch in manchen Dingen. Das ist ein Faktor. Wenn ich es tat haben wir darüber gesprochen, sie wollte mir aber nie alles erzählen. Sicher auch um nicht an die alten Gedanken zu geraten. Wenn sie nicht darüber sprechen wollte, habe ich es akzeptiert.

    Ich akzeptiere jeden Menschen, wie er ist. Kann mich dann ja selbst entscheiden ob ich mit ihm etwas zu tun haben möchte oder nicht. Die Freiheit hat ja jeder. Was ich lernen musste ist, das ich dies auch mitteile. Denn Gedankenlesen kann keiner um zu wissen das ich so bin. So werden Missverständnisse verringert, vermieden. Denn auch wenn ich nicht Frage, habe ich Interesse.


    Sie nähert sich aktuell langsam wieder. Ich habe die letzten beiden Tage nicht geschrieben und sie würde mich heute gern sehen, bevor sie für einen Tag in ihre Heimat fährt. Sie teilte mir mit das sie viel im Kopf hat, gerade sehr präsent, das es ihrem Bruder nicht gut geht. Und sie nichts tun kann.


    Ich danke euch sehr für eure Worte und vllt war es auch gut, wenn diese Kratzig waren. Aber was du sagst, geht eben auch in die andere Richtung. Wenn man denkt das alle so sind wie die wenigen die einen Verurteilen. Auch wenn ich mir nicht anmaßen würde, zu wissen, was du da schon erlebt hast.

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