1 Arbeitsunfähigkeit
Arbeitsunfähigkeit (AU) bedeutet, dass eine Person aufgrund einer Erkrankung ihre bisherige berufliche Tätigkeit vorübergehend oder dauerhaft nicht ausüben kann oder diese nur unter einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands ausüben könnte.
Eine Arbeitsunfähigkeit kann durch körperliche oder psychische Erkrankungen entstehen. Entscheidend ist nicht allein die Diagnose, sondern wie stark die Erkrankung die konkrete berufliche Tätigkeit beeinträchtigt.
1.1 Ursachen können beispielsweise sein
- akute körperliche Erkrankungen
- chronische Erkrankungen
- Verletzungen
- starke Erschöpfung oder Überlastung
- psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
- Krisen oder andere psychische Belastungssituationen
1.2 Arbeitsunfähigkeit ist keine Schwäche
Eine Krankschreibung bedeutet nicht, dass jemand „nicht belastbar“ oder „faul“ ist. Sie soll ermöglichen, dass sich die betroffene Person erholen und behandeln lassen kann, ohne durch die Arbeit zusätzlich belastet zu werden.
Gerade bei psychischen Erkrankungen kann eine Arbeitsunfähigkeit sinnvoll sein, wenn Konzentration, Schlaf, Antrieb, emotionale Stabilität oder die Fähigkeit zur sozialen Interaktion deutlich eingeschränkt sind.
1.3 Ziel der Arbeitsunfähigkeit
Eine AU sollte möglichst dazu beitragen,
- die akute Belastung zu reduzieren,
- eine weitere Verschlechterung zu verhindern,
- notwendige Behandlung zu ermöglichen,
- körperliche und psychische Ressourcen wieder aufzubauen,
- und langfristig die berufliche Belastbarkeit wiederherzustellen.
Arbeitsunfähigkeit muss dabei nicht bedeuten, dass eine Person gar nichts mehr tun kann. Jemand kann beispielsweise arbeitsunfähig sein und trotzdem in der Lage sein, spazieren zu gehen, Freunde zu treffen oder therapeutische Termine wahrzunehmen. Entscheidend ist, ob die konkrete berufliche Tätigkeit ausgeübt werden kann.