1 Fazialisparese
Eine Fazialisparese ist eine Lähmung oder Schwäche der Gesichtsmuskulatur, die durch eine Beeinträchtigung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) entsteht. Je nach Ursache und Ausprägung kann eine Gesichtshälfte teilweise oder vollständig betroffen sein.
Typische Beschwerden sind:
- ein herabhängender Mundwinkel
- erschwertes Lächeln oder Stirnrunzeln
- Schwierigkeiten beim vollständigen Schließen eines Auges
- veränderter Gesichtsausdruck
- vermehrter oder verminderter Tränenfluss
- verändertes Geschmacksempfinden
- manchmal eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit
- möglicherweise Schmerzen hinter dem Ohr
1.1 Mögliche Ursachen
Eine Fazialisparese kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig bleibt bei einer sogenannten idiopathischen Fazialisparese (Bell-Lähmung) die genaue Ursache unklar. Möglich sind außerdem beispielsweise Infektionen, Entzündungen, Verletzungen, Erkrankungen des Nervensystems oder andere neurologische Ursachen.
Man unterscheidet unter anderem zwischen einer peripheren und einer zentralen Fazialisparese. Bei einer peripheren Lähmung ist der Gesichtsnerv selbst betroffen. Bei einer zentralen Fazialisparese liegt die Ursache im Gehirn, beispielsweise bei einem Schlaganfall.
1.2 Wichtig
Eine plötzlich neu aufgetretene Gesichtslähmung sollte medizinisch sofort abgeklärt werden, insbesondere wenn gleichzeitig Sprachstörungen, Schwäche oder Taubheitsgefühle einer Körperhälfte, Sehstörungen, starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Gangunsicherheit auftreten. Diese Kombination kann auf einen Schlaganfall hinweisen.
Auch wenn nur eine Gesichtshälfte betroffen ist, sollte eine plötzlich auftretende Fazialisparese zeitnah ärztlich beurteilt werden.