1 Verändertes Essverhalten
Verändertes Essverhalten beschreibt eine deutliche Veränderung darin, wie, wann oder wie viel eine Person isst. Solche Veränderungen können vorübergehend auftreten, beispielsweise bei Stress oder emotionaler Belastung, können aber auch auf eine psychische oder körperliche Belastung hinweisen.
1.1 Typische Veränderungen
- deutlich mehr oder weniger Appetit
- Auslassen von Mahlzeiten
- unregelmäßiges Essen
- vermehrtes Essen bei Stress oder emotionaler Belastung
- starkes Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln
- Essen ohne ausgeprägtes Hungergefühl
- vermindertes Interesse am Essen
- starke Beschäftigung mit Essen, Gewicht oder Körper
- Schuld- oder Schamgefühle nach dem Essen
1.2 Mögliche Ursachen
Verändertes Essverhalten kann unter anderem durch Stress, Niedergeschlagenheit, Angst, Überforderung, Schlafmangel oder andere psychische Belastungen entstehen. Auch körperliche Erkrankungen, Medikamente oder Veränderungen im Alltag können eine Rolle spielen.
Bei manchen Menschen verändert sich der Appetit während einer psychischen Belastung deutlich. Während einige weniger essen, versuchen andere, durch Essen mit unangenehmen Gefühlen oder innerer Anspannung umzugehen.
1.3 Als Warnsignal
Eine vorübergehende Veränderung des Essverhaltens ist nicht automatisch problematisch. Wenn die Veränderungen jedoch über längere Zeit bestehen, sehr ausgeprägt sind oder mit starkem Gewichtsverlust bzw. Gewichtszunahme, Kontrollverlust beim Essen, Erbrechen oder einer starken Beschäftigung mit Gewicht und Körper einhergehen, sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden.
Ein regelmäßiger, möglichst strukturierter Essrhythmus kann dabei helfen, wieder mehr Stabilität im Alltag zu entwickeln.