1 Entscheidungsschwierigkeiten
Entscheidungsschwierigkeiten beschreiben die Schwierigkeit, sich zwischen verschiedenen Möglichkeiten zu entscheiden oder eine Entscheidung anschließend als richtig zu akzeptieren. Betroffene können lange überlegen, sich unsicher fühlen oder Entscheidungen immer wieder infrage stellen.
1.1 Typische Merkmale
- langes Abwägen verschiedener Möglichkeiten
- Angst, die falsche Entscheidung zu treffen
- ständiges Zweifeln
- Entscheidungen werden aufgeschoben
- häufiges Einholen der Meinung anderer
- Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse zu erkennen
- Angst vor den Konsequenzen einer Entscheidung
- Überforderung bei mehreren Möglichkeiten
- wiederholtes Ändern einer Entscheidung
- Grübeln nach einer getroffenen Entscheidung
- Bedürfnis nach absoluter Sicherheit
- Selbstzweifel
- Gefühl, für Entscheidungen nicht ausreichend kompetent zu sein
1.2 Typische Gedanken
- „Was, wenn ich mich falsch entscheide?“
- „Vielleicht gibt es eine bessere Möglichkeit.“
- „Ich weiß nicht, was richtig ist.“
- „Ich möchte keine falsche Entscheidung treffen.“
- „Was werden die anderen darüber denken?“
- „Ich hätte vielleicht anders entscheiden sollen.“
1.3 Mögliche Ursachen
Entscheidungsschwierigkeiten können durch verschiedene Faktoren verstärkt werden, beispielsweise:
- Angst und Unsicherheit
- Perfektionismus
- geringes Selbstwertgefühl
- Depressionen
- starke Überforderung oder Stress
- ausgeprägtes Grübeln
- Angst vor Fehlern oder Konsequenzen
- fehlendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
- emotionale Überlastung
Bei psychischer Belastung kann bereits eine alltägliche Entscheidung sehr anstrengend wirken.
1.4 Entscheidungsschwierigkeiten und Selbstvertrauen
Wenn man wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat, kann sich ein Kreislauf entwickeln:
Selbstzweifel → Angst vor falscher Entscheidung → übermäßiges Grübeln → Entscheidung wird schwieriger → Entscheidung wird vermieden → noch mehr Selbstzweifel
Deshalb kann es hilfreich sein, sich bewusst zu machen, dass nicht jede Entscheidung perfekt sein muss. Viele Entscheidungen lassen sich später korrigieren oder anpassen.
1.5 Was kann helfen?
- Entscheidungen in kleinere Schritte aufteilen
- wichtige und unwichtige Entscheidungen unterscheiden
- Vor- und Nachteile kurz notieren
- ein realistisches Zeitlimit für Entscheidungen setzen
- sich fragen: „Was ist für mich wichtig?“
- akzeptieren, dass eine Entscheidung nie vollkommen sicher sein kann
- nicht jede Entscheidung mehrfach überprüfen
- die eigene Entscheidung zunächst ausprobieren
Ein hilfreicher Gedanke kann sein:
„Ich muss nicht die perfekte Entscheidung treffen. Ich muss eine Entscheidung treffen, mit der ich im Moment leben kann.“