1 Affekt
Affekt bezeichnet einen kurzfristigen, meist deutlich wahrnehmbaren Gefühlszustand, der als Reaktion auf eine Situation, einen Gedanken oder ein Ereignis entsteht. In der Psychiatrie und Psychologie beschreibt der Begriff besonders die sichtbare emotionale Reaktion eines Menschen.
Beispiele für Affekte sind:
- Freude
- Traurigkeit
- Angst
- Wut
- Ärger
- Überraschung
- Scham
- Verzweiflung
- Aufregung
2 Affekt und Stimmung
Die Begriffe Affekt und Stimmung werden manchmal ähnlich verwendet, bedeuten aber nicht genau dasselbe.
Affekt: eher kurzfristig, intensiv und situationsbezogen.
Stimmung: eher länger anhaltende emotionale Grundverfassung.
Beispiel:
ZitatEine Person befindet sich über mehrere Tage in einer niedergeschlagenen Stimmung. Als sie eine schlechte Nachricht erhält, reagiert sie plötzlich mit starkem Weinen. Die Niedergeschlagenheit beschreibt eher die Stimmung, die unmittelbare Reaktion eher den Affekt.
3 Affektive Merkmale
Bei der Beobachtung eines Affekts können Fachpersonen unter anderem auf folgende Aspekte achten:
- Intensität: Wie stark ist die emotionale Reaktion?
- Dauer: Wie lange hält sie an?
- Variabilität: Kann sich der Affekt verändern?
- Angemessenheit: Passt die emotionale Reaktion zur Situation?
- Ausdruck: Wie zeigt sich das Gefühl beispielsweise durch Mimik, Stimme oder Körpersprache?
- Kontrollierbarkeit: Kann die Person den Affekt regulieren?
4 Mögliche Auffälligkeiten
In der Psychiatrie werden beispielsweise Begriffe verwendet wie:
- Affektlabilität: Gefühle wechseln sehr schnell und teilweise stark.
- Affektverflachung: Emotionen wirken weniger intensiv und weniger ausdrucksstark.
- Affektverarmung: Es sind nur wenige unterschiedliche emotionale Reaktionen erkennbar.
- Affektinkongruenz: Gefühlsausdruck und Situation wirken nicht passend zueinander.
- Affektstarre: Ein emotionaler Zustand verändert sich kaum.
Kurz gesagt:
ZitatAffekt = die unmittelbar erlebte und/oder nach außen sichtbare emotionale Reaktion auf etwas.