1 ICD-10
ICD-10 steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision“. Auf Deutsch wird sie als Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme bezeichnet.
Die ICD-10 ist ein internationales Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie dient dazu, Krankheiten, psychische Störungen, Symptome und andere gesundheitliche Probleme einheitlich zu erfassen und zu verschlüsseln.
1.1 ICD-10 in der Psychiatrie
Auch psychische Erkrankungen werden in der ICD-10 bestimmten Kategorien und Codes zugeordnet. Beispiele sind:
- F32 – depressive Episode
- F33 – rezidivierende depressive Störung
- F40 – phobische Störungen
- F41 – andere Angststörungen
- F43 – Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen
- F60.3 – emotional instabile Persönlichkeitsstörung
- F60.31 – Borderline-Typ der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung
1.2 ICD-10-GM in Deutschland
In Deutschland wird für die medizinische Versorgung die ICD-10-GM verwendet. „GM“ steht für German Modification. Sie enthält Anpassungen, die für das deutsche Gesundheitswesen vorgenommen wurden.
Die ICD-10-GM wird unter anderem für Diagnosen, medizinische Dokumentation, Abrechnung und Gesundheitsstatistiken verwendet.
1.3 Wichtig
Ein ICD-Code ist keine vollständige Beschreibung eines Menschen. Er dient vor allem dazu, eine medizinische oder psychische Diagnose standardisiert zu dokumentieren. Eine Diagnose sollte immer anhand des gesamten Beschwerdebildes und der diagnostischen Kriterien gestellt werden.