1 Neurose
Neurose ist ein älterer psychologischer und psychiatrischer Begriff, der früher verschiedene psychische Störungen bezeichnete, bei denen Menschen unter starken inneren Konflikten, Ängsten oder anderen psychischen Beschwerden litten, ohne den Bezug zur Realität grundsätzlich zu verlieren.
Der Begriff wird in der modernen Psychiatrie nicht mehr als eigenständige Diagnose verwendet.
1.1 Typische Merkmale
Historisch wurden unter „Neurosen“ beispielsweise Beschwerden verstanden wie:
- Ängste und Sorgen
- innere Unruhe
- Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
- depressive Verstimmungen
- starke Selbstzweifel
- körperliche Beschwerden ohne ausreichende organische Erklärung
- Schlafstörungen
- Vermeidungsverhalten
- innere Konflikte und Anspannung
1.2 Entstehung nach früheren psychodynamischen Vorstellungen
Insbesondere in der Psychoanalyse wurde angenommen, dass Neurosen durch unbewusste innere Konflikte entstehen können.
Beispielsweise könnte ein Mensch gleichzeitig ein starkes Bedürfnis nach Nähe und große Angst vor Zurückweisung erleben. Der ungelöste Konflikt kann zu Angst, Anspannung oder problematischen Verhaltensmustern führen.
1.3 Neurose und Psychose
Historisch wurde häufig zwischen Neurose und Psychose unterschieden:
| Neurose | Psychose |
|---|---|
| Realitätsbezug grundsätzlich erhalten | Realitätswahrnehmung kann deutlich verändert sein |
| Angst, Zwang, innere Konflikte etc. | z. B. Wahn oder Halluzinationen |
| Betroffene erkennen häufig, dass ihre Beschwerden problematisch sind | Krankheitseinsicht kann eingeschränkt sein |
| Begriff heute nicht mehr als eigenständige Diagnose verwendet | weiterhin medizinisch verwendeter Begriff |
Diese Gegenüberstellung ist vereinfacht und entspricht nicht vollständig der heutigen Diagnostik.
1.4 Heutige Diagnosen
Was früher als „Neurose“ bezeichnet wurde, wird heute je nach konkreten Beschwerden beispielsweise einer Angststörung, Zwangsstörung, depressiven Störung oder somatischen bzw. psychischen Belastungsstörung zugeordnet.
Kurz gesagt:
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