1 Verdrängung
Verdrängung ist ein psychischer Abwehrmechanismus. Dabei werden belastende, schmerzhafte oder angstauslösende Gedanken, Gefühle, Erinnerungen oder Wünsche unbewusst aus dem Bewusstsein ferngehalten.
Die betroffene Person entscheidet sich also nicht bewusst dafür, etwas zu vergessen. Vielmehr kann die Psyche versuchen, sich vor einer emotionalen Überforderung zu schützen.
Beispiele:
- Eine belastende Erinnerung wird nur noch sehr undeutlich oder gar nicht bewusst erinnert.
- Jemand spürt starke Wut, kann diese aber nicht bewusst wahrnehmen und fühlt stattdessen beispielsweise innere Anspannung.
- Eine unangenehme Tatsache wird innerlich „weggeschoben“, weil sie momentan zu schmerzhaft wäre.
- Nach einem belastenden Ereignis können bestimmte Gefühle oder Gedanken zunächst kaum zugänglich sein.
Mögliche Folgen:
- innere Anspannung
- emotionale Taubheit
- Stimmungsschwankungen
- körperliche Beschwerden
- unerklärliche Ängste oder Reaktionen
- Schwierigkeiten, bestimmte Gefühle wahrzunehmen
- indirektes Wiederauftreten der verdrängten Emotionen, z. B. in Träumen oder bestimmten Situationen
Verdrängung bei Borderline:
Bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung können belastende Gefühle zeitweise sehr schwer auszuhalten sein. Manche Emotionen werden deshalb abgewehrt oder nicht bewusst wahrgenommen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass traumatische Erinnerungen verdrängt wurden. Erinnerungslücken oder starke Erinnerungsveränderungen können auch andere Ursachen haben.
Wichtig: Verdrängung ist zunächst ein Schutzmechanismus. Problematisch kann sie werden, wenn belastende Gefühle dauerhaft nicht verarbeitet werden können und dadurch langfristig psychische oder körperliche Beschwerden entstehen.
Kurz gesagt:
ZitatVerdrängung bedeutet, dass belastende innere Inhalte unbewusst aus dem Bewusstsein ferngehalten werden, um die Psyche vor Überforderung zu schützen.