Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) ist eine wissenschaftlich anerkannte Form der Psychotherapie, die auf den Konzepten der Psychoanalyse basiert, aber praktischer, zielgerichteter und meist stärker auf aktuelle Probleme bezogen ist. Sie geht davon aus, dass seelische Beschwerden entstehen, wenn unbewusste innere Konflikte, belastende Erfahrungen oder Beziehungserfahrungen aus der Vergangenheit das aktuelle Erleben und Verhalten beeinflussen.
1 Grundidee
- Unser inneres Erleben wird stark durch frühe Erfahrungen, Beziehungen und ungelöste Konflikte geprägt.
- Diese wirken oft unbewusst weiter, z. B. in Form von:
- wiederkehrenden Problemen in Beziehungen
- starkem Perfektionismus
- Selbstwertproblemen
- Angstsymptomen, Depression, Essproblemen, psychosomatischen Beschwerden
- In der Therapie wird versucht, diese inneren Zusammenhänge bewusst zu machen, zu verstehen und neue, gesündere Muster zu entwickeln.
2 So läuft die Therapie ab
- Meist 1–2 Sitzungen pro Woche, im Sitzen, im Gespräch „auf Augenhöhe“
- Dauer je nach Bedarf: kurz- bis langfristig (z. B. 25, 50 oder mehr Sitzungen)
- Therapeut*in hilft, Gefühle, Beziehungsmuster und innere Konflikte zu verstehen
- Fokus liegt auf aktuellen Schwierigkeiten, aber mit Blick auf ihre Wurzeln in der Vergangenheit
- Wichtig ist die therapeutische Beziehung: Was der/die Patient*in in dieser Beziehung erlebt, kann typische Muster sichtbar machen und bearbeitet werden
3 Wichtige Elemente
- freies Erzählen, Reflexion über Erleben, Gefühle und Beziehungen
- Exploration von inneren Konflikten und biografischen Einflüssen
- Arbeit mit unbewussten Mustern (z. B. „Warum wiederholt sich das immer wieder?“)
- Stärkung von Selbstwert, innerer Stabilität und Selbstverständnis
4 Unterschied zur Psychoanalyse
- weniger Sitzungen pro Woche
- Patient sitzt, liegt nicht auf der Couch
- stärker auf konkrete aktuelle Probleme fokussiert
- alltagstauglicher und strukturierter
5 Für wen ist sie geeignet?
Oft eingesetzt bei:
- Depressionen
- Angststörungen
- Essstörungen
- Persönlichkeitsakzentuierungen / -störungen
- psychosomatischen Beschwerden
- Belastungs-, Beziehungs- und Selbstwertproblemen
In Deutschland ist sie kassenärztlich anerkannt und wird in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.