Krisenmanagement bedeutet, akute seelische oder emotionale Krisen gezielt zu erkennen, zu steuern und zu bewältigen, sodass keine (oder möglichst wenig) Selbst- oder Fremdschädigung entsteht.
Im psychischen Kontext – z. B. bei Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) – ist es ein strukturierter Umgang mit extremen Belastungszuständen.
1 Was ist mit „Krise“ gemeint?
Eine Krise ist ein Zustand, in dem:
- Gefühle überwältigend sind,
- die innere Anspannung sehr hoch ist,
- gewohnte Bewältigungsstrategien nicht mehr greifen,
- Gefahr für impulsives oder selbstschädigendes Verhalten besteht.
Typische Auslöser:
- Konflikte oder Trennungsängste
- Zurückweisung oder Kritik
- Überforderung, Stress
- innere Leere oder starke Scham
2 Ziel von Krisenmanagement
- Sicherheit herstellen
- Eskalation verhindern
- Zeit gewinnen, bis die Anspannung wieder sinkt
- Schaden begrenzen
- handlungsfähig bleiben
ZitatEs geht nicht darum, die Krise sofort zu „lösen“, sondern sie zu überstehen.
3 Krisenmanagement im Rahmen der DBT (vereinfacht)
3.1 1. Krise erkennen
- Warnzeichen wahrnehmen (Gedanken, Körper, Gefühle)
- Einschätzen: Wie hoch ist meine Anspannung gerade?
3.2 2. Akute Stabilisierung
Bei sehr hoher Anspannung:
- Stresstoleranz-Skills (z. B. Kälte, Bewegung, Atem)
- Reizreduktion oder gezielte Ablenkung
- Kontaktaufnahme (Therapeut:in, Notfallkontakte)
3.3 3. Sicherheit
- Abstand zu gefährlichen Gegenständen
- klare Regeln für Krisen (z. B. kein Alleinsein)
- ggf. externe Hilfe annehmen
3.4 4. Nachsorge
Wenn die Krise abgeklungen ist:
- Was war der Auslöser?
- Was hat geholfen?
- Was kann beim nächsten Mal früher eingesetzt werden?
4 Wichtig zu wissen
- Krisenmanagement ist keine Schwäche, sondern Selbstschutz.
- Es ersetzt keine Therapie, ist aber ein zentraler Bestandteil davon.
- Je häufiger es geübt wird, desto früher können Krisen abgefangen werden.