Depersonalisation / Derealisation beschreibt Veränderungen der Wahrnehmung, bei denen sich Betroffene nicht mehr richtig mit sich selbst oder der Umwelt verbunden fühlen – obwohl sie wissen, dass „eigentlich alles real ist“.
Beides sind Dissoziationsformen und treten häufig bei starkem Stress, Angst, Trauma oder bei Borderline auf.
1 Kurz erklärt
- Depersonalisation = Ich fühle mich nicht richtig ich selbst
- Derealisation = Die Welt fühlt sich nicht real an
Wichtig: Man verliert nicht den Verstand.
Die Realitätsprüfung bleibt erhalten.
2 Depersonalisation – was bedeutet das?
Bei Depersonalisation fühlt sich die eigene Person fremd an.
Typische Beschreibungen:
- „Ich fühle mich wie neben mir“
- „Ich beobachte mich von außen“
- Gefühle wirken gedämpft oder „abgeschaltet“
- Körper oder Stimme fühlen sich nicht zugehörig an
- emotionale Leere oder innere Distanz
3 Derealisation – was bedeutet das?
Bei Derealisation wirkt die Umwelt verändert oder unwirklich.
Typische Beschreibungen:
- alles wirkt wie im Traum oder durch eine Glasscheibe
- Farben, Geräusche oder Entfernungen wirken seltsam
- die Welt fühlt sich „unecht“ oder fremd an
- vertraute Orte wirken plötzlich unbekannt
4 Warum passiert das?
Depersonalisation und Derealisation sind:
Schutzreaktionen des Nervensystems
Sie treten oft auf bei:
- emotionaler Überforderung
- Angst- oder Panikzuständen
- Traumareaktionen
- hoher innerer Anspannung
- Borderline-Krisen
Das Gehirn schaltet auf Distanz, um nicht überflutet zu werden.
5 Wichtig zu wissen
- ❌ keine Psychose
- ❌ kein Kontrollverlust
- ❌ kein Zeichen von „Verrücktwerden“
Es ist unangenehm, aber nicht gefährlich.
6 Was kann helfen?
- Beruhigung des Nervensystems (Atmung, Erdung)
- Reizwahrnehmung (Kälte, Bewegung, bewusstes Sehen/Hören)
- Achtsamkeit ohne Fixierung auf die Symptome
- Stresstoleranz- & DBT-Skills
- therapeutische Begleitung
Je weniger Angst davor entsteht, desto eher lassen die Symptome nach.