1 Achtsamkeit
Achtsamkeit bezeichnet die bewusste, offene und nicht wertende Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Dabei werden Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und äußere Eindrücke wahrgenommen, ohne sie sofort zu bewerten, zu verändern oder zu verdrängen.
Achtsamkeit bedeutet nicht, „nichts zu denken“ oder immer ruhig zu sein. Vielmehr geht es darum, das Erleben so anzunehmen, wie es gerade ist, und eine innere Beobachterperspektive einzunehmen.
2 Zentrale Aspekte der Achtsamkeit
- Gegenwartsfokus statt Grübeln über Vergangenheit oder Zukunft
- Beobachten statt Reagieren
- Nicht-Bewerten von Gedanken und Gefühlen
- Akzeptanz des aktuellen Erlebens
- Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
3 Achtsamkeit in der Psychotherapie
Achtsamkeit ist ein zentraler Bestandteil vieler therapeutischer Ansätze, z. B.:
- Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)
- Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)
- Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)
- traumainformierte Therapie (angepasst und stabilisierend)
Sie hilft u. a. bei:
- Emotionsregulation
- Stress- und Spannungsreduktion
- besserem Umgang mit Impulsen
- Distanz zu belastenden Gedanken
- Stärkung der Selbstwahrnehmung
4 Wichtig zu wissen
Achtsamkeit ist keine Entspannungstechnik, auch wenn sie entspannend wirken kann. Gerade bei starken inneren Spannungen oder Trauma kann Achtsamkeit anfangs herausfordernd sein und muss behutsam erlernt werden.