1 Autogenes Training
Autogenes Training ist ein mentales Entspannungsverfahren, bei dem durch konzentrierte Selbstsuggestion ein Zustand tiefer körperlicher und seelischer Entspannung erreicht werden soll. Es wurde in den 1920er-Jahren von Johannes Heinrich Schultz entwickelt.
Der Begriff „autogen“ bedeutet „aus sich selbst heraus“ – die Entspannung wird also nicht aktiv erzeugt, sondern stellt sich durch innere Konzentration und Vorstellung ein.
2 Wie funktioniert Autogenes Training?
Beim Autogenen Training richtet die Person ihre Aufmerksamkeit nach innen und wiederholt in Gedanken bestimmte formelhafte Sätze, z. B.:
- „Mein rechter Arm ist ganz schwer.“
- „Mein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig.“
- „Mein Atem fließt ruhig.“
Diese Formeln fördern:
- Muskelentspannung
- Beruhigung des Nervensystems
- gleichmäßige Atmung
- innere Ruhe
Die Übungen werden meist im Sitzen oder Liegen durchgeführt.
3 Wirkung
Autogenes Training kann:
- Stress und innere Unruhe reduzieren
- körperliche Anspannung lösen
- Angst- und Spannungszustände lindern
- Konzentration und Schlaf verbessern
- psychosomatische Beschwerden positiv beeinflussen
4 Einsatz in der Psychotherapie
Autogenes Training wird u. a. eingesetzt bei:
- Stress- und Erschöpfungssymptomen
- Angststörungen
- Depressionen (stabilisierend)
- psychosomatischen Erkrankungen
- zur allgemeinen Selbstregulation
5 Wichtige Hinweise
- Autogenes Training erfordert regelmäßiges Üben
- Bei schweren Traumafolgestörungen, Psychosen oder starker Dissoziation kann es nicht geeignet oder nur angepasst sinnvoll sein
- Es sollte idealerweise angeleitet erlernt werden
6 Abgrenzung zur Progressiven Muskelentspannung
- Autogenes Training: mentale Konzentration, Vorstellung
- Progressive Muskelentspannung: aktive Muskelarbeit