Ausschleichen wird besonders bei Psychopharmaka empfohlen.
1 Warum ist Ausschleichen wichtig?
Viele Medikamente wirken direkt auf das Gehirn.
Wird ein Medikament abrupt abgesetzt, kann es zu:
- Entzugssymptomen
- starken Stimmungsschwankungen
- körperlichen Beschwerden
- Rückfall-ähnlichen Zuständen
kommen.
Ausschleichen hilft, diese Risiken zu verringern.
2 Was kann beim Ausschleichen auftreten?
Mögliche vorübergehende Reaktionen sind:
- innere Unruhe oder Angst
- Schlafprobleme
- Reizbarkeit
- körperliche Symptome (z. B. Schwindel, Übelkeit)
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Medikament „gebraucht wird“, sondern oft, dass das Nervensystem sich anpasst.
3 Ausschleichen und Borderline
Bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung ist Ausschleichen besonders wichtig, da:
- Emotionen ohnehin sehr intensiv erlebt werden
- abrupte Veränderungen Krisen auslösen können
- Stabilität ein zentrales Ziel ist
Ein langsames Vorgehen kann helfen, emotionale Ausnahmezustände zu vermeiden.
4 Wichtig zu wissen
- Ausschleichen sollte immer ärztlich begleitet werden
- Tempo und Schritte sind individuell
- Langsam ist kein Rückschritt, sondern Selbstfürsorge
- Rückfragen und Unsicherheiten sind völlig legitim
5 Einordnung für die Selbsthilfe
Ausschleichen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein achtsamer Umgang mit sich selbst.
Es schützt vor unnötigen Krisen und unterstützt einen stabileren Übergang – egal ob es um Medikamente, Sicherheit oder Vertrauen geht.