- Eine selbsterfüllende Prophezeiung beschreibt das psychologische Phänomen, bei dem eine Vorhersage allein durch den Glauben daran wahr wird.
- Der Begriff wurde maßgeblich vom Soziologen Robert K. Merton geprägt, um zu zeigen, wie Erwartungen unsere Realität formen.
- Am Anfang steht meist eine falsche oder unbegründete Annahme über eine zukünftige Situation oder eine Person.
- Da der Mensch fest an diese Annahme glaubt, passt er sein eigenes Verhalten unbewusst an diese Erwartung an.
- Ein klassisches Beispiel ist die Angst vor einer Ablehnung, die dazu führt, dass man sich so abweisend verhält, bis man tatsächlich abgelehnt wird.
- Auch im schulischen Bereich ist der Effekt als Pygmalion-Effekt bekannt, wenn Lehrerleistungen durch ihre Erwartungen an Schüler beeinflussen.
- Das Gegenüber reagiert meist auf das veränderte Verhalten, was die ursprüngliche Prophezeiung schließlich bestätigt.
- So entsteht ein Teufelskreis, in dem die betroffene Person am Ende glaubt, sie habe die Situation von vornherein „richtig“ eingeschätzt.
- Dieser Effekt kann sowohl negative Auswirkungen haben als auch positiv genutzt werden, um das Selbstvertrauen zu stärken.
- Das Bewusstsein über diesen Mechanismus ist der erste Schritt, um starre Erwartungsmuster zu durchbrechen und objektiver zu handeln.
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