- Anhedonie bezeichnet die Unfähigkeit, Freude, Lust oder Vergnügen an Aktivitäten zu empfinden, die früher als positiv erlebt wurden.
- Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Ohne Vergnügen“.
- Man unterscheidet klinisch zwischen der konsumatorischen Anhedonie (keine Freude beim Tun) und der antizipatorischen Anhedonie (keine Vorfreude).
- Betroffene beschreiben ihren Zustand oft als ein Gefühl der inneren Leere oder als ein „emotionales Taubheitsgefühl“.
- Selbst intensivste Reize wie gutes Essen, Hobbys oder soziale Kontakte rufen bei ihnen keine positiven Reaktionen mehr hervor.
- Die Anhedonie gilt als eines der wichtigsten Kernsymptome einer klinischen Depression, kann aber auch bei Schizophrenie auftreten.
- Neurowissenschaftlich wird sie oft mit einer Störung des Belohnungssystems im Gehirn, insbesondere des Botenstoffs Dopamin, in Verbindung gebracht.
- Da die Motivation durch das Ausbleiben von Belohnungsgefühlen fehlt, ziehen sich Betroffene häufig stark aus ihrem sozialen Umfeld zurück.
- Im Gegensatz zu Traurigkeit ist Anhedonie eher durch die Abwesenheit von positiven Gefühlen als durch die Anwesenheit negativer Gefühle geprägt.
- Eine erfolgreiche Behandlung erfolgt meist durch eine Kombination aus Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamenten, die den Botenstoffhaushalt regulieren.
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