Selbstvalidierung ist ein zentraler Bestandteil der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und bedeutet, dass man die eigenen Gefühle, Gedanken und Reaktionen als verständlich, berechtigt und real anerkennt – unabhängig davon, ob andere Menschen sie teilen oder nachvollziehen können.
1 Warum ist Selbstvalidierung wichtig?
Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) oder starken emotionalen Dysregulationen neigen dazu, ihre eigenen Gefühle und Wahrnehmungen infrage zu stellen, besonders wenn sie Ablehnung oder Unverständnis erfahren haben. Das kann dazu führen, dass sie:
- Sich selbst für „zu empfindlich“ oder „falsch“ halten.
- Sich abhängig von der Bestätigung anderer machen.
- Schwierigkeiten haben, sich selbst zu vertrauen.
Selbstvalidierung hilft, die eigene innere Realität anzuerkennen, ohne sich von der Meinung anderer abhängig zu machen.
2 Wie funktioniert Selbstvalidierung?
Selbstvalidierung umfasst verschiedene Schritte:
- Wahrnehmen der eigenen Gefühle und Gedanken („Ich bin gerade wütend“ oder „Ich bin traurig, weil...“).
- Akzeptieren, dass diese Gefühle real sind („Es ist okay, dass ich mich so fühle“).
- Verstehen, warum man so fühlt („Kein Wunder, dass ich traurig bin – es erinnert mich an frühere Erfahrungen“).
- Sich selbst Mitgefühl zeigen („Jeder würde sich in dieser Situation verletzt fühlen“).
- Sich nicht selbst abwerten („Meine Gefühle sind nicht übertrieben oder falsch“).
3 Beispiel für Selbstvalidierung:
Statt sich selbst zu sagen:
❌ „Ich übertreibe wieder, ich darf mich nicht so fühlen.“
Kann man sich selbst validieren:
✅ „Es ist verständlich, dass mich diese Situation verletzt hat. Ich habe das Recht, traurig zu sein.“
4 Selbstvalidierung in der DBT-Praxis:
In der DBT wird Selbstvalidierung oft als Teil von Achtsamkeit und Emotionsregulation geübt. Ziel ist es, nicht sofort impulsiv zu reagieren oder nach externer Bestätigung zu suchen, sondern die eigenen Gefühle anzunehmen und sich selbst zu beruhigen.
Möchtest du wissen, wie du Selbstvalidierung im Alltag üben kannst? 😊