1 Unwirklichkeitsgefühl
Ein Unwirklichkeitsgefühl beschreibt das Empfinden, dass die eigene Umgebung fremd, verändert, weit entfernt oder irgendwie „nicht echt“ wirkt. Die Umgebung kann beispielsweise wie ein Film, Traum oder hinter einer Glasscheibe erscheinen.
1.1 Typische Empfindungen
Betroffene können beispielsweise erleben:
- Die Umgebung wirkt fremd oder künstlich.
- Menschen oder vertraute Orte erscheinen plötzlich ungewöhnlich.
- Geräusche wirken verändert oder weit entfernt.
- Farben oder Licht können anders wahrgenommen werden.
- Das Zeitgefühl kann verändert sein.
- Die Situation fühlt sich „wie im Traum“ an.
- Man weiß zwar, dass die Umgebung real ist, fühlt sie aber nicht als real.
Das Unwirklichkeitsgefühl wird auch als Derealisation bezeichnet.
1.2 Wann kann es auftreten?
Ein solches Gefühl kann beispielsweise im Zusammenhang mit
- starker Angst oder Panik
- ausgeprägtem Stress
- emotionaler Überforderung
- traumatischen Erfahrungen
- Erschöpfung oder Schlafmangel
- Dissoziation
auftreten.
Es kann kurzzeitig sein oder über längere Zeit bestehen.
1.3 Unterschied zur Halluzination
Wichtig ist: Bei einer Derealisation weiß die betroffene Person normalerweise, dass die Umgebung tatsächlich real ist. Sie fühlt sich lediglich unwirklich oder fremd an. Das unterscheidet das Erleben beispielsweise von einer Halluzination.
1.4 Unwirklichkeitsgefühl und Depersonalisation
Das Unwirklichkeitsgefühl bezieht sich vor allem auf die Umgebung und wird als Derealisation bezeichnet.
Wenn dagegen die eigene Person oder der eigene Körper fremd oder unwirklich erscheint, spricht man von Depersonalisation.
Beides kann gemeinsam auftreten und wird unter dem Begriff Depersonalisation-/Derealisationsphänomene zusammengefasst.
Kurz gesagt: Ein Unwirklichkeitsgefühl bedeutet, dass die Welt real erscheint, sich aber subjektiv nicht real oder fremd anfühlt. Es kann sehr beängstigend sein, bedeutet aber nicht automatisch, dass man den Bezug zur Realität verliert.