1 Übermäßige Sorgen
Übermäßige Sorgen sind anhaltende und schwer kontrollierbare Gedanken über mögliche negative Ereignisse oder Probleme. Dabei beschäftigt sich die betroffene Person häufig intensiv mit Dingen, die noch gar nicht eingetreten sind oder deren Eintritt unsicher ist.
1.1 Typische Merkmale
- ständiges Grübeln über mögliche Probleme
- Befürchtung, dass etwas Schlimmes passieren könnte
- gedankliches Durchspielen verschiedener negativer Szenarien
- Schwierigkeiten, Sorgen zu stoppen oder beiseitezuschieben
- starkes Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle
- häufiges Nachfragen oder Rückversicherung bei anderen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- innere Unruhe und Anspannung
- Schlafprobleme durch kreisende Gedanken
- Reizbarkeit und Erschöpfung
1.2 Häufige Themen
Übermäßige Sorgen können sich beispielsweise beziehen auf:
- Gesundheit
- Familie und Beziehungen
- Arbeit oder Ausbildung
- finanzielle Schwierigkeiten
- Zukunft und Existenz
- Fehler oder Versagen
- mögliche Konflikte
- Sicherheit und Verlust
1.3 Unterschied zu normalen Sorgen
Normale Sorgen sind meist situationsbezogen und lassen sich wieder unterbrechen. Übermäßige Sorgen sind dagegen häufig intensiver, länger anhaltend und schwer kontrollierbar. Sie können den Alltag, die Konzentration, den Schlaf und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
1.4 Bei Angststörungen
Besonders ausgeprägte und schwer kontrollierbare Sorgen können beispielsweise bei einer generalisierten Angststörung auftreten. Sie können aber auch im Rahmen anderer psychischer Belastungen vorkommen.
Kurz gesagt: Übermäßige Sorgen bedeuten, dass sich Gedanken immer wieder um mögliche Gefahren und negative Entwicklungen drehen und es schwerfällt, diese gedankliche Beschäftigung zu beenden.