1 Wahrnehmungsveränderung
Eine Wahrnehmungsveränderung bedeutet, dass Sinneseindrücke oder die eigene Umgebung anders, intensiver, abgeschwächt oder verändert erlebt werden. Sie kann vorübergehend oder länger anhaltend auftreten.
1.1 Mögliche Formen
Wahrnehmungsveränderungen können verschiedene Sinne betreffen:
- Sehen: verschwommenes Sehen, veränderte Farben, Lichtempfindlichkeit oder eine fremdartige Wahrnehmung der Umgebung
- Hören: Geräusche wirken ungewöhnlich laut, leise, verzerrt oder weit entfernt
- Körperwahrnehmung: der eigene Körper fühlt sich fremd, verändert oder nicht richtig zugehörig an
- Berührung: Berührungen können verändert, abgeschwächt oder ungewöhnlich intensiv empfunden werden
- Zeitwahrnehmung: Zeit scheint schneller oder langsamer zu vergehen
- Raumwahrnehmung: Entfernungen oder Größen können subjektiv verändert erscheinen
- Umgebungswahrnehmung: die Umgebung wirkt fremd, unwirklich oder wie in einem Traum
1.2 Mögliche Zusammenhänge
Wahrnehmungsveränderungen können beispielsweise bei
- starker Angst oder Panik
- Stress und emotionaler Überforderung
- Schlafmangel und Erschöpfung
- Dissoziation
- Migräne
- bestimmten Medikamenten oder Substanzen
- neurologischen Erkrankungen
- psychischen Erkrankungen
auftreten.
1.3 Wahrnehmungsveränderung und Halluzination
Eine Wahrnehmungsveränderung bedeutet nicht automatisch eine Halluzination. Bei einer Halluzination wird beispielsweise ein Geräusch oder eine Stimme wahrgenommen, obwohl kein entsprechender äußerer Reiz vorhanden ist. Bei einer Wahrnehmungsveränderung kann dagegen ein tatsächlich vorhandener Reiz verändert erlebt werden.
Kurz gesagt: Eine Wahrnehmungsveränderung beschreibt eine veränderte Art, wie die Umwelt, der eigene Körper oder Sinneseindrücke erlebt werden.