1 Wahrnehmung und Bewusstsein
Wahrnehmung und Bewusstsein gehören zu den grundlegenden psychischen Funktionen. Sie ermöglichen es einem Menschen, die eigene Person, den Körper, die Umgebung und innere Vorgänge wahrzunehmen und einzuordnen.
1.1 Wahrnehmung
Die Wahrnehmung beschreibt die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und aus dem eigenen Körper.
Mögliche Veränderungen der Wahrnehmung sind beispielsweise:
- erhöhte oder verringerte Reizempfindlichkeit
- Geräusche, Licht oder Berührungen werden als besonders intensiv erlebt
- veränderte Körperwahrnehmung
- Gefühl, den eigenen Körper nicht richtig zu spüren
- veränderte Wahrnehmung der Umgebung
- Derealisation – die Umwelt wirkt fremd, unwirklich oder wie im Traum
- Depersonalisation – die eigene Person oder der eigene Körper wirken fremd oder unwirklich
- Wahrnehmungsstörungen
- Illusionen, bei denen ein tatsächlich vorhandener Reiz verändert wahrgenommen wird
- Halluzinationen, bei denen Wahrnehmungen ohne entsprechenden äußeren Reiz auftreten
1.2 Bewusstsein
Das Bewusstsein umfasst unter anderem die Fähigkeit, wach und orientiert zu sein, die eigene Person und die Umgebung wahrzunehmen und Erlebnisse bewusst zu verarbeiten.
Mögliche Veränderungen können sein:
- Benommenheit
- Gefühl der geistigen Abwesenheit
- eingeschränkte Aufmerksamkeit
- Bewusstseinseintrübung
- Verwirrtheit
- Orientierungsschwierigkeiten
- Gefühl, „nicht richtig da“ zu sein
- dissoziative Zustände
- Erinnerungslücken
- Gefühl von Unwirklichkeit
- veränderte Selbstwahrnehmung
1.3 Bei psychischen Belastungen
Starke Angst, Stress, Überforderung oder traumatische Belastungen können Wahrnehmung und Bewusstsein vorübergehend verändern. Manche Menschen erleben beispielsweise eine Art „Abschalten“, fühlen sich von ihrer Umgebung entfernt oder nehmen ihren eigenen Körper anders wahr.
Wichtig: Plötzliche oder ausgeprägte Bewusstseinsveränderungen, neue Verwirrtheit, starke Orientierungslosigkeit oder erstmalig auftretende Halluzinationen sollten medizinisch abgeklärt werden.