1 Angstbezogene Symptome
Angstbezogene Symptome sind körperliche, emotionale, gedankliche und verhaltensbezogene Reaktionen, die im Zusammenhang mit Angst, Sorgen oder einer wahrgenommenen Bedrohung auftreten. Sie können kurzfristig bei einer normalen Stressreaktion entstehen oder bei einer Angststörung besonders stark und anhaltend sein.
1.1 Körperliche Symptome
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Zittern (Tremor)
- Schwitzen
- Schwindel oder Benommenheit
- Atemnot oder beschleunigte Atmung
- Druck- oder Engegefühl in der Brust
- Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden
- Muskelverspannungen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle
- Hitzewallungen oder Kälteschauer
- trockener Mund
- Kopfschmerzen
- körperliche Unruhe
- Erschöpfung nach starker Angst
1.2 Emotionale Symptome
- starke innere Unruhe
- Anspannung
- Nervosität
- Hilflosigkeit
- Unsicherheit
- Gereiztheit
- Gefühl von Kontrollverlust
- Gefühl drohender Gefahr
- Angst zu sterben
- Angst, die Kontrolle zu verlieren
- Angst, verrückt zu werden
1.3 Gedankliche Symptome
- übermäßige Sorgen
- Grübeln
- Katastrophengedanken
- Erwartungsangst
- Konzentrationsprobleme
- gedankliche Einengung auf die Bedrohung
- ständiges Beobachten körperlicher Symptome
- pessimistische Zukunftserwartungen
- Schwierigkeiten, Gedanken abzuschalten
1.4 Wahrnehmungsbezogene Symptome
Bei starker Angst können auch Wahrnehmungsveränderungen auftreten, beispielsweise:
- Unwirklichkeitsgefühl (Derealisation)
- Gefühl, sich selbst fremd zu sein (Depersonalisation)
- verändertes Zeitgefühl
- Gefühl, die Umgebung sei fremd oder wie im Traum
- veränderte Geräusch- oder Körperwahrnehmung
1.5 Verhaltensbezogene Symptome
- Vermeidung angstauslösender Situationen
- sozialer Rückzug
- Fluchtverhalten
- Rückversicherung bei anderen
- ständiges Kontrollieren
- Sicherheitsverhalten
- Schwierigkeiten, allein zu sein
- Abbruch von Aktivitäten aus Angst
Kurz gesagt: Angst kann sich nicht nur als „Angstgefühl“ äußern. Sie kann Körper, Gedanken, Gefühle, Wahrnehmung und Verhalten gleichzeitig beeinflussen.