1 Konditionierung
Konditionierung bezeichnet einen Lernprozess, bei dem ein Mensch oder Tier durch Erfahrungen Verknüpfungen zwischen Reizen, Situationen, Gedanken, Gefühlen oder Verhaltensweisen entwickelt.
Konditionierung spielt eine wichtige Rolle dabei, wie bestimmte Reaktionen und Gewohnheiten entstehen und aufrechterhalten werden.
1.1 Klassische Konditionierung
Bei der klassischen Konditionierung wird ein ursprünglich neutraler Reiz mit einem anderen Reiz verbunden, der bereits eine bestimmte Reaktion auslöst.
Beispiel:
Ein Hund bekommt regelmäßig Futter, nachdem eine Glocke ertönt. Nach mehreren Wiederholungen kann allein das Klingeln der Glocke eine Erwartung von Futter und schließlich Speichelfluss auslösen.
Auch beim Menschen können solche Verknüpfungen entstehen. Beispielsweise kann eine Person nach einer sehr unangenehmen Erfahrung mit einem bestimmten Ort später schon beim Betreten dieses Ortes Angst oder Anspannung empfinden.
1.2 Operante Konditionierung
Bei der operanten Konditionierung wird Verhalten durch seine Folgen beeinflusst.
- Belohnung: Ein Verhalten wird wahrscheinlicher.
- Bestrafung: Ein Verhalten wird unwahrscheinlicher.
- Negative Verstärkung: Etwas Unangenehmes fällt weg, wodurch ein Verhalten wahrscheinlicher wird.
Beispiel:
Eine Person fühlt sich in einer sozialen Situation sehr ängstlich und verlässt den Raum. Die Angst nimmt unmittelbar ab. Dadurch kann das Verlassen in zukünftigen Situationen wahrscheinlicher werden.
1.3 Bedeutung in der Psychologie
Konditionierung kann unter anderem bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Ängsten, Vermeidungsverhalten, Gewohnheiten und bestimmten Verhaltensmustern eine Rolle spielen. Sie wird auch therapeutisch genutzt, beispielsweise bei der Behandlung von Ängsten.
Kurz gesagt: Konditionierung bedeutet, dass Verhalten und Reaktionen durch Erfahrungen und deren Folgen erlernt oder verändert werden.