1 DSM-5
DSM-5 steht für „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition“. Auf Deutsch wird es ungefähr als „Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen“ bezeichnet.
Das DSM-5 ist ein Klassifikations- und Diagnosesystem für psychische Erkrankungen. Es wird vor allem in der Psychiatrie und Psychologie verwendet und wurde von der American Psychiatric Association (APA) herausgegeben.
1.1 Wofür wird das DSM-5 verwendet?
Das DSM-5 beschreibt psychische Störungen anhand festgelegter diagnostischer Kriterien. Dadurch soll eine möglichst einheitliche Beurteilung ermöglicht werden.
Es enthält unter anderem Kriterien für:
- Depressionen
- Angststörungen
- Traumafolgestörungen
- Zwangsstörungen
- Essstörungen
- Persönlichkeitsstörungen
- Schizophrenie und andere psychotische Störungen
- Suchterkrankungen
- neuroentwicklungsbezogene Störungen
1.2 DSM-5 und Borderline
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist im DSM-5 eine Persönlichkeitsstörung. Für die Diagnose müssen mehrere typische Merkmale vorliegen, beispielsweise:
- starke Angst vor Verlassenwerden
- instabile und intensive Beziehungen
- wechselndes Selbstbild
- Impulsivität
- wiederkehrende Selbstverletzung oder Suizidalität
- starke emotionale Instabilität
- chronisches Gefühl von Leere
- intensive Wut
- vorübergehende paranoide Vorstellungen oder dissoziative Symptome
Dabei reicht ein einzelnes Merkmal nicht für eine Diagnose aus. Entscheidend ist das gesamte Muster und die diagnostischen Kriterien.
1.3 DSM-5 und ICD-10
Ein wichtiger Unterschied:
ICD-10: Internationales Klassifikationssystem der WHO, das auch körperliche Erkrankungen umfasst und in Deutschland in der modifizierten Form ICD-10-GM verwendet wurde.
DSM-5: Spezielles diagnostisches Manual für psychische Störungen, herausgegeben von der American Psychiatric Association.
Beide Systeme verfolgen das Ziel, psychische Erkrankungen anhand definierter Kriterien möglichst einheitlich zu diagnostizieren und zu klassifizieren.