1 Mimik
Mimik bezeichnet die sichtbaren Bewegungen und Veränderungen des Gesichts, mit denen Menschen Gefühle, Gedanken, Reaktionen und Einstellungen ausdrücken können. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der nonverbalen Kommunikation.
Mimik entsteht unter anderem durch Bewegungen von Augen, Augenbrauen, Mund, Stirn und Gesichtsmuskulatur.
1.1 Beispiele für mimische Ausdrucksformen
| Mimik | Kann beispielsweise vermitteln |
|---|---|
| Lächeln | Freude, Sympathie, Erleichterung |
| Stirnrunzeln | Sorge, Ärger, Konzentration |
| Hochgezogene Augenbrauen | Überraschung, Verwunderung |
| Zusammengepresste Lippen | Anspannung, Ärger, Unsicherheit |
| Weit geöffnete Augen | Überraschung, Angst |
| Gesenkter Blick | Scham, Unsicherheit, Traurigkeit |
| Tränen | Trauer, Überforderung, Freude oder Erleichterung |
| Regungsloses Gesicht | Erschöpfung, innere Distanz, emotionale Belastung oder bewusste Kontrolle |
1.2 Mimik und Gefühle
Mimik kann Hinweise darauf geben, wie sich ein Mensch fühlt. Allerdings lässt sich ein Gefühl nicht zuverlässig allein anhand des Gesichtsausdrucks bestimmen.
Ein Lächeln bedeutet beispielsweise nicht immer Freude. Es kann auch Unsicherheit, Nervosität oder den Versuch ausdrücken, eine unangenehme Situation zu überspielen.
Deshalb sollte Mimik immer im Zusammenhang mit der Situation, der Körpersprache und den gesprochenen Worten betrachtet werden.
1.3 Mimik bei psychischen Erkrankungen
Psychische Belastungen können die Mimik verändern. Beispielsweise können bei einer depressiven Episode ein weniger ausdrucksstarkes Gesicht, ein gesenkter Blick oder eine insgesamt reduzierte Mimik auftreten.
Bei starker Angst oder Anspannung können dagegen beispielsweise eine erhöhte Muskelspannung, geweitete Augen oder eine angespannte Gesichtshaltung beobachtet werden.
Bei emotionaler Überforderung kann es auch zu einem scheinbar ausdruckslosen Gesicht kommen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Person keine Gefühle empfindet.
1.4 Mimik und Kommunikation
Mimik kann Gesagtes unterstützen oder ihm widersprechen.
Beispiel:
Zitat„Mir geht es gut.“
Wenn die Person dabei weint und sehr angespannt wirkt, kann die nonverbale Kommunikation etwas anderes vermitteln als die Worte.
Wichtig ist deshalb, nicht vorschnell zu interpretieren, sondern gegebenenfalls nachzufragen:
Zitat„Du sagst, dass alles in Ordnung ist, aber du wirkst gerade sehr angespannt. Wie geht es dir wirklich?“
1.5 Mimik und emotionale Überflutung
Bei emotionaler Überflutung kann sich die Mimik deutlich verändern. Manche Menschen zeigen ihre Gefühle sehr intensiv, während andere äußerlich kaum etwas erkennen lassen.
Auch bei Dissoziation oder emotionaler Taubheit kann die Mimik zeitweise reduziert wirken. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass innerlich nichts empfunden wird.
Merksatz:
ZitatMimik kann wichtige Hinweise auf den emotionalen Zustand eines Menschen geben, ist aber kein eindeutiger Beweis für ein bestimmtes Gefühl.