1 Metakognition
Metakognition bezeichnet die Fähigkeit, über die eigenen Denkprozesse nachzudenken und sie zu beobachten. Es geht also darum, nicht nur zu denken, sondern auch wahrzunehmen, wie man denkt, lernt, bewertet und Entscheidungen trifft.
Vereinfacht gesagt bedeutet Metakognition:
Zitat„Ich denke über mein Denken nach.“
2 Bestandteile der Metakognition
Dazu gehören unter anderem:
- Gedanken wahrnehmen: erkennen, welche Gedanken gerade auftreten
- Gedanken beobachten: Gedanken betrachten, ohne sie sofort als Wahrheit anzunehmen
- eigene Denkweisen erkennen: beispielsweise bemerken, dass man häufig negativ denkt
- Gefühle und Gedanken unterscheiden: erkennen, dass ein Gefühl nicht automatisch eine Tatsache ist
- eigene Aufmerksamkeit beobachten: merken, worauf sich die Aufmerksamkeit gerade richtet
- Entscheidungsprozesse reflektieren: verstehen, warum man eine bestimmte Entscheidung getroffen hat
- Lernprozesse überwachen: erkennen, was man bereits verstanden hat und wo noch Schwierigkeiten bestehen
- Denkfehler erkennen: beispielsweise Schwarz-Weiß-Denken oder übermäßige Verallgemeinerungen wahrnehmen
- Strategien anpassen: bewusst eine andere Denk- oder Problemlösungsstrategie ausprobieren
3 Beispiel
Eine Person denkt:
„Alle sind gegen mich.“
Metakognitives Denken wäre:
„Ich bemerke gerade den Gedanken, dass alle gegen mich sind. Welche konkreten Hinweise habe ich dafür? Gibt es auch Informationen, die dagegen sprechen?“
Der Gedanke wird dadurch beobachtet und überprüft, anstatt automatisch als Tatsache angenommen zu werden.
4 Metakognition bei psychischer Belastung
Metakognitive Fähigkeiten können dabei helfen, einen gewissen Abstand zu belastenden Gedanken zu gewinnen.
Beispielsweise:
Gedanke: „Ich werde das niemals schaffen.“
statt:
„Ich werde das niemals schaffen.“
kann metakognitiv formuliert werden:
„Ich habe gerade den Gedanken, dass ich das niemals schaffen werde.“
Dadurch entsteht eine kleine Distanz zwischen der eigenen Person und dem Gedanken.
5 Metakognition und Grübeln
Eine gute Metakognition bedeutet nicht, ständig über sich selbst nachzugrübeln. Reflexion versucht, Gedanken zu verstehen und einzuordnen. Grübeln dreht sich dagegen häufig wiederholt um dieselben Probleme, ohne zu einer Lösung zu führen.
Kurz gesagt:
Metakognition = die Fähigkeit, die eigenen Gedanken, Gefühle, Denkstrategien und geistigen Prozesse wahrzunehmen, zu überprüfen und bewusst zu beeinflussen.