1 Konversion
Konversion bezeichnet in der Psychologie einen Vorgang, bei dem psychische Konflikte oder starke seelische Belastungen in körperlichen Beschwerden zum Ausdruck kommen können. Der Begriff stammt vor allem aus älteren psychodynamischen Konzepten.
Dabei können beispielsweise körperliche Symptome auftreten, ohne dass sich eine ausreichende organische Ursache finden lässt.
1.1 Mögliche Symptome
Konversionssymptome können unter anderem sein:
- Lähmungs- oder Schwächegefühle
- Bewegungsstörungen
- Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühle
- Sehstörungen
- Sprachstörungen
- Gangstörungen
- Krampfartige oder anfallsähnliche Erscheinungen
1.2 Beispiel
Eine Person erlebt eine starke psychische Belastung. Kurz darauf entwickelt sie eine ausgeprägte Bewegungs- oder Sensibilitätsstörung, für die sich medizinisch zunächst keine entsprechende organische Erklärung findet.
Wichtig ist dabei: Die Beschwerden sind nicht vorgetäuscht. Die betroffene Person erlebt die Symptome tatsächlich.
1.3 Heutige Bezeichnung
In der modernen Medizin und Psychiatrie wird häufig von funktionellen neurologischen Symptomen beziehungsweise einer Funktionellen Neurologischen Symptomstörung (FNS) gesprochen.
Der ältere Begriff „Konversion“ sollte deshalb nicht so verstanden werden, dass psychische Konflikte immer direkt körperliche Symptome „umwandeln“. Die Entstehung solcher Beschwerden ist komplex und kann durch verschiedene psychologische und neurobiologische Faktoren beeinflusst werden.
1.4 Abgrenzung
Konversionssymptome sind nicht dasselbe wie:
- Simulation: Beschwerden werden absichtlich vorgetäuscht.
- Malingering: Symptome werden bewusst vorgetäuscht, beispielsweise um einen äußeren Vorteil zu erhalten.
- Somatische Erkrankung: Es liegt eine nachweisbare körperliche Erkrankung als Ursache vor.
Kurz gesagt:
ZitatKonversion beschreibt einen psychologischen bzw. funktionellen Mechanismus, bei dem sich psychische Belastungen in körperlichen oder neurologisch erscheinenden Symptomen ausdrücken können. Die Beschwerden sind für die betroffene Person real und nicht bewusst vorgetäuscht.