1 Selbstmanagement
Selbstmanagement bezeichnet die Fähigkeit, das eigene Denken, Fühlen und Handeln bewusst zu steuern und den Alltag eigenständig zu organisieren. Dazu gehören beispielsweise der Umgang mit persönlichen Zielen, Zeit, Stress, Emotionen und eigenen Ressourcen.
Selbstmanagement bedeutet nicht, alles alleine schaffen zu müssen. Es bedeutet vielmehr, Verantwortung für die eigenen Möglichkeiten und Entscheidungen zu übernehmen und bei Bedarf Unterstützung anzunehmen.
1.1 Wichtige Bereiche des Selbstmanagements
- Selbstwahrnehmung: Eigene Gefühle, Bedürfnisse, Stärken und Belastungsgrenzen erkennen
- Zielsetzung: Realistische und erreichbare Ziele formulieren
- Zeitmanagement: Aufgaben planen und Prioritäten setzen
- Emotionsregulation: Mit belastenden Gefühlen angemessen umgehen
- Stressmanagement: Überforderung frühzeitig erkennen und gegensteuern
- Selbstfürsorge: Auf Schlaf, Ernährung, Erholung und persönliche Bedürfnisse achten
- Problemlösung: Schwierigkeiten strukturiert angehen
- Grenzen setzen: Eigene Grenzen erkennen und gegenüber anderen vertreten
- Ressourcen nutzen: Unterstützung durch Menschen, Therapie oder andere Hilfsangebote annehmen
1.2 Selbstmanagement bei psychischen Belastungen
Bei psychischen Erkrankungen kann Selbstmanagement helfen, Frühwarnzeichen zu erkennen und Krisen vorzubeugen.
Ein persönlicher Plan könnte beispielsweise enthalten:
Frühwarnzeichen:
Schlafprobleme, zunehmende Anspannung, sozialer Rückzug
Mögliche Maßnahmen:
Ruhepausen, Tagesstruktur, Bewegung, Achtsamkeit, Skills einsetzen
Unterstützung:
Vertrauenspersonen, therapeutische Fachkraft oder andere professionelle Hilfen
Notfallplan:
Was tue ich, wenn sich mein Zustand deutlich verschlechtert?
1.3 Selbstmanagement und Borderline
Bei Borderline kann Selbstmanagement insbesondere bei Emotionsregulation, Impulskontrolle und Krisenbewältigung eine wichtige Rolle spielen.
Hilfreich können beispielsweise sein:
- Skills
- Achtsamkeitsübungen
- ein persönlicher Skillskoffer
- Trigger erkennen und dokumentieren
- ein Krisen- oder Notfallplan
- regelmäßige Tagesstruktur
- ausreichend Schlaf und Erholung
- persönliche Grenzen wahrnehmen
- frühzeitig Unterstützung suchen
Dabei geht es nicht darum, intensive Gefühle einfach „wegzukontrollieren“. Ziel ist vielmehr, zwischen Gefühl und Handlung einen Handlungsspielraum zu schaffen.
1.4 Beispiel
Eine Person bemerkt:
Zitat„Meine Anspannung steigt und ich habe den Impuls, sofort eine wütende Nachricht zu schreiben.“
Durch Selbstmanagement kann sie innehalten:
Anspannung wahrnehmen → Situation verlassen → Skill einsetzen → einige Minuten warten → Gedanken überprüfen → anschließend bewusst entscheiden.
1.5 Selbstmanagement vs. Selbstoptimierung
Selbstmanagement bedeutet nicht, ständig produktiver oder leistungsfähiger werden zu müssen. Gerade bei psychischen Belastungen gehört auch dazu, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und ausreichend Erholung einzuplanen.
Kurz gesagt:
ZitatSelbstmanagement bedeutet, die eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Ziele und Belastungsgrenzen wahrzunehmen und den Alltag möglichst bewusst zu gestalten. Dazu gehört auch, rechtzeitig Hilfe und Unterstützung anzunehmen.