1 Zeitmanagement
Zeitmanagement bezeichnet die Fähigkeit, die zur Verfügung stehende Zeit bewusst zu planen, Aufgaben zu strukturieren und Prioritäten zu setzen. Ziel ist es, wichtige Aufgaben zu bewältigen, ohne sich dauerhaft zu überfordern.
Gerade bei psychischen Belastungen kann ein gutes Zeitmanagement dabei helfen, mehr Struktur und Orientierung im Alltag zu schaffen.
1.1 Wichtige Bestandteile
- Prioritäten setzen: Was muss heute erledigt werden?
- Aufgaben planen: Aufgaben auf bestimmte Zeiten oder Tage verteilen
- Pausen einplanen: Erholung bewusst berücksichtigen
- Aufgaben aufteilen: Große Aufgaben in kleine Schritte zerlegen
- Zeitpuffer einbauen: Nicht jede Minute verplanen
- Realistisch planen: Die eigene Leistungsfähigkeit berücksichtigen
- Ablenkungen reduzieren: Störende Faktoren möglichst begrenzen
- Routinen entwickeln: Wiederkehrende Aufgaben zu festen Zeiten erledigen
1.2 Eisenhower-Prinzip
Eine bekannte Methode ist das Eisenhower-Prinzip. Aufgaben werden nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortiert:
| Dringend | Nicht dringend | |
|---|---|---|
| Wichtig | Sofort erledigen | Planen |
| Nicht wichtig | Wenn möglich delegieren | Reduzieren oder streichen |
1.3 Zeitmanagement bei psychischen Belastungen
Bei Depressionen, Angststörungen oder Borderline können beispielsweise Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, emotionale Überlastung oder Prokrastination die Tagesplanung erschweren.
Dann kann eine sehr einfache Planung sinnvoller sein als ein detaillierter Stundenplan.
Beispiel:
Morgens: Aufstehen + Frühstück
Vormittags: eine wichtige Aufgabe
Mittags: Essen + Pause
Nachmittags: Termin oder Haushalt
Abends: Erholung + Vorbereitung auf den nächsten Tag
1.4 „Eine Aufgabe nach der anderen“
Bei Überforderung kann es hilfreich sein, Aufgaben zu verkleinern:
Nicht:
Zitat„Ich muss die ganze Wohnung aufräumen.“
Sondern:
Zitat„Ich räume jetzt 10 Minuten lang den Schreibtisch auf.“
Nach den 10 Minuten kann neu entschieden werden, ob man weitermacht oder eine Pause benötigt.
1.5 Zeitmanagement und Selbstfürsorge
Ein gesundes Zeitmanagement berücksichtigt nicht nur Pflichten, sondern auch:
- Schlaf
- Ernährung
- Bewegung
- Entspannung
- soziale Kontakte
- persönliche Interessen
- Pausen und Erholung
Erholung ist keine verschwendete Zeit, sondern ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Tagesstruktur.
1.6 Kurz gesagt
ZitatZeitmanagement bedeutet, die eigene Zeit bewusst zu planen, Prioritäten zu setzen und Aufgaben realistisch zu verteilen. Ein gutes Zeitmanagement berücksichtigt dabei nicht nur Leistung und Pflichten, sondern auch Pausen, Selbstfürsorge und die eigenen Belastungsgrenzen.