In der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) beschreibt die „Sägezahnkurve“ (oft auch Spannungskurve genannt), wie emotionale Anspannung bzw. Stress im Verlauf einer Krise an- und wieder absteigt – und was problematische sowie hilfreiche Bewältigungsstrategien damit machen.
Kurz erklärt:
- Emotionale Anspannung steigt meist stufenförmig an (die „Zacken“).
- Wenn keine schädlichen Bewältigungsstrategien eingesetzt werden, erreicht die Anspannung irgendwann ein Maximum – und fällt dann von selbst wieder ab.
- Setzt man jedoch kurzfristig entlastende, aber langfristig schädliche Verhaltensweisen ein (z. B. Vermeidungsverhalten, impulsive Handlungen), sinkt die Anspannung zwar kurzfristig:
- ➜ Aber die Kurve „startet höher neu“
- ➜ Der nächste Spannungsanstieg wird stärker / schneller
- ➜ langfristig verschärft sich das Problem
- Ziel der DBT ist, Skills einzusetzen, damit:
- die Spannung besser ausgehalten werden kann, bis sie natürlicherweise abfällt
- die Zacken kleiner werden
- langfristig die Grundanspannung sinkt
Die Sägezahnkurve soll also verdeutlichen:
👉 Gefühle sind zeitlich begrenzt, sie gehen wieder runter, auch wenn sie sich extrem anfühlen.
👉 Kurzfristige „Notlösungen“ verstärken Krisen langfristig, während erlernte Skills langfristig stabilisieren.