Impulsivität im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) bezeichnet die Tendenz, plötzlich und ohne ausreichende Überlegung zu handeln – oft als Reaktion auf starke Emotionen. Diese Handlungen dienen meist dazu, innere Anspannung oder intensive Gefühle schnell zu reduzieren, können aber kurz- und langfristig schädlich sein.
1 Was ist damit konkret gemeint?
Menschen mit BPS erleben Gefühle häufig sehr intensiv und wechselhaft. In solchen Momenten fällt es schwer, Konsequenzen abzuschätzen oder Impulse zu kontrollieren. Entscheidungen werden dann „im Affekt“ getroffen.
2 Typische Beispiele impulsiven Verhaltens
- Selbstverletzung oder Suizidimpulse
- Riskantes Verhalten (z. B. ungeschützter Sex, Drogen-/Alkoholkonsum, Rasen)
- Impulsive Wutausbrüche oder verletzende Äußerungen
- Geldausgaben oder andere Handlungen, die später bereut werden
- Abrupte Beziehungsentscheidungen (Kontaktabbruch, überstürzte Nähe)
3 Warum tritt Impulsivität bei BPS auf?
- Starke Emotionsschwankungen (hohe emotionale Reaktivität)
- Schwierigkeiten in der Emotionsregulation
- Angst vor Verlassenwerden oder intensives inneres Leeregefühl
- Stressbedingte Überforderung, bei der „Kurzschlussreaktionen“ wahrscheinlicher werden
4 Wichtig zu wissen
- Impulsivität ist kein fehlender Wille oder „Charakterschwäche“.
- Sie ist ein zentrales Symptom der Störung und veränderbar.
- Mit gezielter Therapie (z. B. Fertigkeitentraining zur Emotions- und Impulskontrolle) lässt sich der Umgang mit Impulsen deutlich verbessern.