Flashbacks sind plötzliche, intensive Wiedererinnerungen an belastende oder traumatische Erlebnisse, die sich nicht wie normales Erinnern, sondern wie ein Wieder-Erleben anfühlen.
Betroffene haben dabei oft das Gefühl:
👉 „Es passiert gerade wieder – jetzt.“
1 Kurz erklärt
Ein Flashback ist:
- unwillkürlich
- sehr real
- emotional und/oder körperlich intensiv
Das Gehirn reagiert, als wäre die frühere Situation gegenwärtig, obwohl sie vorbei ist.
2 Wie fühlen sich Flashbacks an?
Flashbacks können sehr unterschiedlich sein:
2.1 Emotional
- starke Angst
- Panik
- Hilflosigkeit
- Scham oder Schuld
- Wut oder Ohnmacht
2.2 Gedanklich / bildhaft
- innere Bilder oder Szenen
- kurze Sequenzen oder Bruchstücke
- Erinnerungen ohne klare Bilder, nur Gefühle
2.3 Körperlich
- Herzrasen
- Zittern
- Schwitzen
- Engegefühl
- Erstarren oder Fluchtimpuls
Manche Flashbacks sind rein emotional oder körperlich, ohne klare Bilder.
3 Was löst Flashbacks aus?
Häufig durch sogenannte Trigger, z. B.:
- Gerüche, Geräusche
- bestimmte Worte oder Tonfälle
- Situationen, die an früher erinnern
- Nähe, Konflikte, Kontrollverlust
- emotionale Überforderung
Oft passiert das ohne bewusste Erinnerung, warum.
4 Flashbacks & Borderline
Bei Borderline treten Flashbacks häufig auf:
- im Zusammenhang mit frühen Verletzungen oder Trauma
- bei starker emotionaler Aktivierung
- zusammen mit Dissoziation
- in Beziehungskonflikten
Sie verstärken Krisen, sind aber kein Zeichen von Schwäche.
5 Wichtig zu wissen
- Flashbacks sind keine Einbildung
- keine normale Erinnerung
- kein „sich reinsteigern“
Sie sind eine automatische Stressreaktion des Nervensystems.
6 Was kann helfen?
- Orientierung im Hier & Jetzt (Boden spüren, Umgebung benennen)
- Erdungsübungen (Kälte, Bewegung, Sinnesreize)
- langsame Atmung
- innere Sätze wie: „Ich bin jetzt sicher.“
- Skills aus DBT & Traumatherapie
- therapeutische Begleitung
Je besser das Nervensystem reguliert wird, desto seltener und schwächer werden Flashbacks.