1 Progressive Muskelentspannung (PME / PMR)
Die progressive Muskelentspannung ist ein Entspannungsverfahren, bei dem einzelne Muskelgruppen gezielt angespannt und anschließend bewusst entspannt werden. Durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung lernt der Körper, Spannungszustände wahrzunehmen und loszulassen.
Die Methode wurde in den 1920er-Jahren von Edmund Jacobson entwickelt und wird heute häufig in Medizin und Psychotherapie eingesetzt.
2 Wie funktioniert progressive Muskelentspannung?
Die Übung erfolgt meist im Sitzen oder Liegen und verläuft nach einem festen Schema:
- Eine Muskelgruppe wird für einige Sekunden angespannt
- Die Anspannung wird gelöst
- Die nachfolgende Entspannung wird bewusst wahrgenommen
Typische Muskelgruppen sind z. B. Hände, Arme, Schultern, Gesicht, Rücken, Bauch und Beine.
3 Wirkung
Progressive Muskelentspannung kann:
- körperliche und innere Spannung reduzieren
- das Nervensystem beruhigen
- Stress, Angst und Unruhe lindern
- die Körperwahrnehmung verbessern
- beim Einschlafen helfen
4 Einsatz in der Psychotherapie
PME wird häufig eingesetzt bei:
- Angststörungen
- Depressionen
- psychosomatischen Beschwerden
- chronischem Stress
- Borderline-Persönlichkeitsstörung (zur Spannungsregulation)
Sie ist ein stabilisierendes Verfahren und eignet sich gut als Einstieg in Entspannungs- oder Achtsamkeitsübungen.
5 Wichtige Hinweise
- PME ist leicht erlernbar und kann selbstständig geübt werden
- Bei starken Traumafolgestörungen sollte sie angepasst angeleitet werden
- Ziel ist nicht maximale Entspannung, sondern bewusste Regulation
6 Zusammenfassung (Lexikonstil)
Die progressive Muskelentspannung ist ein Entspannungsverfahren, bei dem durch gezieltes An- und Entspannen von Muskelgruppen körperliche und psychische Spannungszustände reduziert werden.