Suizidalität bei Menschen mit einer Borderline Störung: Hilfsangebote und Handlungsempfehlungen
-
Shalin -
15. September 2024 um 13:12 -
1.220 Mal gelesen -
0 Antworten
Suizidalität bei Menschen mit Borderline Störung: Hilfsangebote und Handlungsempfehlungen
Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) sind besonders anfällig für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen. Die Borderline Störung ist gekennzeichnet durch instabile Stimmungen, Beziehungen und Selbstbilder sowie extreme emotionale Reaktionen. Suizidalität kann eine ernsthafte Herausforderung darstellen, die sowohl für Betroffene als auch für ihre Angehörigen belastend ist. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Suizidalität bei Borderline Störung, die verfügbaren Hilfsangebote und gibt praktische Handlungsempfehlungen für Krisensituationen.
Ursachen der Suizidalität bei Borderline Störung
1. Emotionale Instabilität: Menschen mit BPS erleben intensive und oft überwältigende emotionale Zustände. Diese starken Emotionen können zu Verzweiflung führen, die in suizidalen Gedanken münden kann.
2. Gefühl der Leere: Ein häufiges Symptom bei BPS ist das Gefühl der inneren Leere oder Sinnlosigkeit, das zu einem starken Drang führen kann, aus dieser Leere herauszukommen.
3. Zwischenmenschliche Konflikte: Häufige und intensive zwischenmenschliche Konflikte und die Angst vor dem Verlassenwerden tragen zur emotionalen Belastung bei und können suizidale Gedanken verstärken.
4. Impulsivität: Menschen mit BPS neigen zu impulsiven Handlungen, die auch suizidale Handlungen umfassen können.
Hilfsangebote
1. Psychotherapie: Eine der effektivsten Behandlungsmöglichkeiten ist die Psychotherapie. Besonders Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) und Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) haben sich bei der Behandlung von BPS und der Reduzierung suizidaler Gedanken als wirksam erwiesen. Diese Therapien helfen dabei, emotionale Reaktionen besser zu regulieren und zwischenmenschliche Fähigkeiten zu verbessern.
2. Medikamentöse Therapie: Während es keine spezifischen Medikamente für BPS gibt, können Antidepressiva oder Stimmungsstabilisatoren zur Behandlung von Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Angstzuständen eingesetzt werden.
3. Notfallpläne: Die Erstellung von Notfallplänen in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten kann dazu beitragen, konkrete Strategien für den Umgang mit Krisensituationen zu entwickeln.
4. Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann Unterstützung und Verständnis bieten. Selbsthilfegruppen für Menschen mit BPS können eine wertvolle Ressource sein.
5. Krisenintervention: Viele Regionen bieten spezielle Kriseninterventionsdienste und Notfallnummern, die rund um die Uhr erreichbar sind. Diese Dienste können in akuten Krisensituationen schnelle Unterstützung bieten.
Handlungsempfehlungen bei suizidaler Krise
1. Sofortige Hilfe suchen: Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, ist es wichtig, sofort Hilfe zu suchen. Rufe den Notruf oder die Krisenhotline an. Es gibt professionelle Helfer, die rund um die Uhr erreichbar sind.
2. Notfallkontakte: Halte die Kontaktdaten von Therapeuten, Notfallnummern oder vertrauten Personen bereit, die dir in einer Krisensituation beistehen können.
3. Sicherheit gewährleisten: Schaffe eine sichere Umgebung, indem du potenziell gefährliche Gegenstände entfernst oder versteckst. Dies kann helfen, impulsive Handlungen zu verhindern.
4. Emotionale Unterstützung: Sprich mit vertrauenswürdigen Personen über deine Gefühle. Allein das Ausdrücken von Gedanken und Gefühlen kann Erleichterung verschaffen.
5. Tagesstruktur aufrechterhalten: Versuche, eine regelmäßige Tagesstruktur aufrechtzuerhalten. Routinen können helfen, emotionale Stabilität zu fördern und den Tag besser zu bewältigen.
Fazit
Suizidalität bei Menschen mit Borderline Störung ist eine ernste Herausforderung, aber es gibt zahlreiche Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten. Die Kombination aus psychotherapeutischer Behandlung, Medikamenten, Krisenintervention und persönlicher Unterstützung kann entscheidend sein, um akuten Krisen vorzubeugen und langfristige Stabilität zu fördern. Es ist wichtig, in Krisensituationen sofortige Hilfe zu suchen und aktiv an der eigenen Genesung zu arbeiten.
Über den Autor
Hey, ich bin Shalin, 1982 geboren, komme aus Niedersachsen und bin seit 2004 in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Seit 2005 steht die Diagnose „emotionale instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus“ bei mir. Tagsüber besuche ich eine Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen, ansonsten verbringe ich meine Zeit gerne am Computer und im Internet, treffe mich mit Freunden oder genieße die Zweisamkeit mit meiner Partnerin. Ich telefoniere gerne, schaue DVDs und höre Musik.
Schon seit Jahren beschäftige ich mich auf unterschiedliche Weise mit dem Krankheitsbild. Informiert bin ich nicht nur durch persönliche Erfahrungen und Psychoedukation, sondern auch durch den direkten Kontakt mit anderen Betroffenen. Außerdem recherchiere ich im Internet und lese Fachliteratur. Ich freue mich darauf, mein Wissen zu erweitern, Erfahrungen zu teilen und interessante Gespräche zu führen!
Schreibt mich gerne an. ![]()