- Hochfunktional bedeutet, dass eine Person trotz einer zugrunde liegenden Diagnose wie Depression, Angststörung oder Autismus ihre sozialen und beruflichen Rollen perfekt ausfüllt.
- Nach außen hin wirken Betroffene oft besonders diszipliniert, erfolgreich und belastbar, was das Leiden für Außenstehende unsichtbar macht.
- Diese Fassade erfordert jedoch eine enorme psychische Kraftanstrengung, die oft als „Masking“ (Maskierung) bezeichnet wird.
- Bei einer hochfunktionalen Depression erledigen Betroffene zwar alle Aufgaben, fühlen sich innerlich jedoch leer, erschöpft und freudlos.
- Im Bereich des Autismus beschreibt der Begriff Menschen, die über eine durchschnittliche bis hohe Intelligenz verfügen und sprachlich gewandt sind.
- Ein großes Risiko besteht darin, dass Hilfe oft zu spät gesucht wird, da das Umfeld die Schwere der Belastung aufgrund der hohen Funktionalität verkennt.
- Oft bricht das System erst dann zusammen, wenn ein zusätzlicher Stressfaktor auftritt und die Kompensationsmechanismen nicht mehr ausreichen.
- Betroffene leiden häufig unter einem starken inneren Druck, keine Schwäche zeigen zu dürfen und ständig funktionieren zu müssen.
- Die Therapie konzentriert sich hier oft darauf, die eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und den hohen Leistungsanspruch an sich selbst zu senken.
- Hochfunktional zu sein ist somit kein Zeichen von Heilung, sondern oft ein mühsam aufrechterhaltener Überlebensmodus.
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