1 Krankengeld
Krankengeld ist eine finanzielle Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Es soll den Einkommensausfall teilweise auffangen, wenn eine versicherte Person wegen einer Erkrankung arbeitsunfähig ist und deshalb nicht arbeiten kann.
1.1 Wann bekommt man Krankengeld?
Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gilt grundsätzlich:
- Zunächst besteht in der Regel Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu sechs Wochen wegen derselben Erkrankung.
- Dauert die Arbeitsunfähigkeit darüber hinaus an, kann anschließend Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt werden.
- Voraussetzung ist unter anderem, dass die Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wurde und die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
1.2 Wie hoch ist das Krankengeld?
Das Krankengeld beträgt grundsätzlich 70 % des regelmäßigen beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, höchstens jedoch 90 % des Nettoarbeitsentgelts. Es gibt außerdem eine gesetzliche Höchstgrenze.
Vom Krankengeld werden unter anderem Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgeführt.
1.3 Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
Bei derselben Erkrankung besteht grundsätzlich für höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren Anspruch auf Krankengeld. Dabei wird die Zeit der Entgeltfortzahlung mitgerechnet.
Wenn die Arbeitsunfähigkeit länger andauert, kann anschließend beispielsweise geprüft werden, ob andere Leistungen wie Arbeitslosengeld, eine medizinische oder berufliche Rehabilitation oder eine Erwerbsminderungsrente infrage kommen.
1.4 Wichtig bei psychischen Erkrankungen
Auch bei einer psychischen Erkrankung kann Krankengeld gezahlt werden. Eine Depression, Angststörung, Traumafolgestörung oder eine andere psychische Erkrankung kann ebenso wie eine körperliche Erkrankung zu Arbeitsunfähigkeit führen. Entscheidend sind die medizinische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und die jeweiligen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.