1 Selbstzweifel
Selbstzweifel sind Gedanken und Gefühle, bei denen die eigenen Fähigkeiten, Entscheidungen, Eigenschaften oder der eigene Wert infrage gestellt werden. Ein gewisses Maß an Selbstzweifeln ist normal und kann sogar dabei helfen, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Werden sie jedoch sehr stark oder dauerhaft, können sie belastend werden.
1.1 Typische Gedanken
- „Ich bin nicht gut genug.“
- „Ich mache bestimmt alles falsch.“
- „Andere sind besser als ich.“
- „Ich schaffe das sowieso nicht.“
- „Bestimmt bin ich anderen zu viel.“
- „Ich werde bestimmt abgelehnt.“
- „Ich kann meinen eigenen Entscheidungen nicht vertrauen.“
- „Ich bin schuld, wenn etwas schiefgeht.“
1.2 Mögliche Auswirkungen
Starke Selbstzweifel können dazu führen, dass man:
- Entscheidungen immer wieder hinterfragt
- sich häufig mit anderen vergleicht
- Kritik besonders persönlich nimmt
- Komplimente schwer annehmen kann
- eigene Bedürfnisse zurückstellt
- sich weniger zutraut
- Situationen aus Angst vor Fehlern vermeidet
- verstärkt nach Bestätigung bei anderen sucht
- sich selbst sehr kritisch oder abwertend behandelt
1.3 Zusammenhang mit psychischer Belastung
Selbstzweifel können durch Stress, negative Erfahrungen, Kritik, Zurückweisung oder belastende Beziehungen verstärkt werden. Auch bei Angst, depressiver Stimmung oder starker emotionaler Belastung können sie zunehmen.
Besonders belastend wird es, wenn aus einzelnen Zweifeln eine grundlegende Überzeugung entsteht, nicht wertvoll, nicht liebenswert oder grundsätzlich unfähig zu sein.
1.4 Was kann helfen?
Hilfreich kann sein, selbstkritische Gedanken zunächst wahrzunehmen, ohne sie automatisch als Tatsachen zu betrachten. Man kann sich fragen:
„Welche konkreten Beweise habe ich für diesen Gedanken – und welche sprechen dagegen?“
Auch das bewusste Festhalten eigener Erfolge, Fähigkeiten und bewältigter Situationen kann dabei helfen, ein realistischeres Bild von sich selbst zu entwickeln.