1 Sexuelle Störungen
Sexuelle Störungen sind anhaltende oder wiederkehrende Schwierigkeiten im Bereich der sexuellen Reaktion, des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Befriedigung. Sie können körperliche, psychische oder zwischenmenschliche Ursachen haben und häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.
Mögliche Bereiche sind:
- Vermindertes sexuelles Verlangen: deutlich weniger oder kein Interesse an Sexualität
- Übermäßiges sexuelles Verlangen: stark gesteigerter Sexualtrieb oder Schwierigkeiten, sexuelle Impulse zu kontrollieren
- Erregungsstörungen: Schwierigkeiten, sexuelle Erregung aufzubauen oder aufrechtzuerhalten
- Orgasmusstörungen: Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen oder deutlich vermindertes Erleben des Orgasmus
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: beispielsweise Schmerzen oder Brennen während oder nach sexueller Aktivität
- Vaginismus bzw. Beckenbodenprobleme: unwillkürliche Anspannung, die Penetration erschweren oder unmöglich machen kann
- Erektionsstörungen: Schwierigkeiten, eine ausreichende Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten
- vorzeitiger oder verzögerter Samenerguss
- sexuelle Aversion: ausgeprägte Abneigung oder Vermeidung sexueller Kontakte
2 Psychische Zusammenhänge
Sexuelle Schwierigkeiten können unter anderem durch Stress, Angst, Depressionen, traumatische Erfahrungen, Beziehungsprobleme, starken Leistungsdruck oder ein negatives Körperbild beeinflusst werden. Auch bestimmte Medikamente oder körperliche Erkrankungen können sexuelle Funktionen verändern.
Bei psychischer Belastung kann beispielsweise das sexuelle Verlangen deutlich abnehmen. Gleichzeitig können Scham, Selbstzweifel oder Angst vor Zurückweisung die Schwierigkeiten verstärken.
3 Wichtig
Nicht jede vorübergehende Veränderung der Sexualität ist eine sexuelle Störung. Entscheidend sind insbesondere Dauer, Ausmaß und persönlicher Leidensdruck. Körperliche Ursachen sollten bei anhaltenden Beschwerden ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.