1 Differenzialdiagnose
Die Differenzialdiagnose bezeichnet den Prozess, bei dem verschiedene mögliche Erkrankungen oder Ursachen miteinander verglichen werden, die ähnliche Symptome verursachen können.
Dabei versucht eine Fachkraft herauszufinden: Welche Diagnose erklärt die vorhandenen Beschwerden am besten – und welche anderen Ursachen müssen ausgeschlossen werden?
1.1 Beispiel
Eine Person leidet unter:
- Antriebslosigkeit
- Schlafstörungen
- Konzentrationsproblemen
- Niedergeschlagenheit
Diese Beschwerden können beispielsweise bei einer Depression, aber auch bei einer starken Belastung, einer körperlichen Erkrankung, bestimmten Medikamenten oder anderen psychischen Erkrankungen auftreten.
Die Fachkraft betrachtet deshalb das gesamte Beschwerdebild und versucht, die möglichen Ursachen voneinander abzugrenzen.
1.2 Wie wird eine Differenzialdiagnose gestellt?
Dazu können gehören:
- ausführliches diagnostisches Gespräch
- Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
- Betrachtung des zeitlichen Verlaufs
- Untersuchung weiterer Symptome
- psychologische Tests und Fragebögen
- körperliche Untersuchungen oder Laboruntersuchungen
- Abklärung von Medikamenten und Substanzen
- Informationen über die aktuelle Lebenssituation
1.3 Warum ist sie wichtig?
Eine sorgfältige Differenzialdiagnostik verhindert, dass Symptome vorschnell einer bestimmten Erkrankung zugeordnet werden. Ähnliche Symptome können sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Gerade bei psychischen Beschwerden ist deshalb wichtig, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern Zusammenhang, Dauer, Intensität, Auslöser und Beeinträchtigungen im Alltag einzubeziehen.
Kurz gesagt:
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