1 Diagnose
Eine Diagnose ist die fachliche Feststellung, welche Erkrankung, Störung oder gesundheitliche Beeinträchtigung bei einer Person vorliegt. Sie wird anhand von Beschwerden, Symptomen, deren Verlauf und den individuellen Lebensumständen gestellt.
1.1 Wie entsteht eine Diagnose?
Eine diagnostische Abklärung kann verschiedene Schritte umfassen:
- Anamnese: Gespräch über aktuelle Beschwerden, Vorgeschichte und Lebenssituation
- Symptomerfassung: Welche Beschwerden bestehen, wie stark sind sie und wie lange?
- Beobachtung: Verhalten, Stimmung, Denken und Wahrnehmung können beurteilt werden.
- Diagnostische Gespräche und Fragebögen: Sie können dabei helfen, bestimmte Störungsbilder einzuordnen.
- Differenzialdiagnostik: Andere mögliche körperliche oder psychische Ursachen werden berücksichtigt.
- Verlaufskontrolle: Manchmal lässt sich eine Diagnose erst über einen längeren Zeitraum sicher beurteilen.
1.2 Psychische Diagnosen
Bei psychischen Erkrankungen orientieren sich Fachkräfte an anerkannten Klassifikationssystemen wie ICD oder DSM. Eine Diagnose sollte nicht allein aufgrund einzelner Symptome gestellt werden. Entscheidend ist das Gesamtbild und insbesondere, wie stark die Beschwerden die betroffene Person und ihren Alltag beeinträchtigen.
1.3 Diagnose bedeutet nicht „Schublade“
Eine Diagnose kann helfen, Beschwerden besser zu verstehen und eine passende Behandlung zu planen. Sie beschreibt jedoch nicht den gesamten Menschen. Menschen mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Symptome, Erfahrungen und Bedürfnisse haben.
Eine Diagnose kann außerdem verändert oder korrigiert werden, wenn sich im weiteren Verlauf neue Erkenntnisse ergeben.