1 Body-Mass-Index (BMI)
Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine Rechenformel, mit der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt wird. Er wird häufig genutzt, um grob einzuordnen, ob ein Körpergewicht statistisch als Unter-, Normal- oder Übergewicht gilt.
1.1 Wie wird der BMI berechnet?
BMI = Körpergewicht (kg) ÷ (Körpergröße in m × Körpergröße in m)
Beispiel:
70 kg ÷ (1,70 × 1,70) = BMI 24,2
1.2 BMI-Einteilung (Erwachsene)
- Untergewicht: unter 18,5
- Normalgewicht: 18,5 – 24,9
- Übergewicht: 25 – 29,9
- Adipositas: ab 30
Diese Werte sind statistische Richtlinien, keine individuellen Diagnosen.
1.3 Was sagt der BMI – und was nicht?
Der BMI kann:
- eine grobe Orientierung geben
- in der Medizin als Ausgangspunkt dienen
Der BMI sagt nicht aus:
- wie gesund ein Mensch ist
- wie viel Muskel- oder Fettmasse vorhanden ist
- wie sich jemand fühlt oder lebt
- ob ein Körper „richtig“ oder „falsch“ ist
Er berücksichtigt keine Faktoren wie Muskelmasse, Körperbau, Alter, Geschlecht oder psychische Gesundheit.
1.4 BMI und psychische Erkrankungen
Gerade bei psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen, Essstörungen, Borderline) kann der BMI:
- verzerrt wirken
- Druck oder Scham auslösen
- den Blick auf das eigentliche Problem verdecken
Deshalb sollte der BMI nie isoliert betrachtet werden.
1.5 Wichtig zu wissen
- Der BMI ist nur eine Zahl, kein Werturteil
- Er definiert nicht deinen Selbstwert
- Veränderungen des Gewichts haben oft komplexe Ursachen
- Gesundheit ist mehr als ein Rechenwert
1.6 Einordnung für die Selbsthilfe
Im Selbsthilfe-Kontext gilt:
Wohlbefinden, Stabilität und Selbstfürsorge sind wichtiger als jede BMI-Kategorie.
Zahlen können informieren – aber sie erklären nicht den Menschen dahinter.