Stigmatisierung bei Borderline: Warum sich Vorurteile so hartnäckig halten

  • Shalin hat einen neuen Artikel veröffentlicht:

    Shalin
    28. Juli 2026 um 15:07

    Zitat
    Kaum eine psychische Erkrankung ist so stark mit Klischees behaftet wie Borderline. Wer die Diagnose erhält, kämpft oft nicht nur mit den eigenen Symptomen, sondern auch mit Vorurteilen über Borderline, die selbst im Gesundheitssystem noch verbreitet sind. Warum sich dieses Stigma so hartnäckig hält – und was wirklich dagegen hilft.
  • Mich machen diese Vorurteile inzwischen einfach nur echt sauer. Weil dadurch direkt erschwert wird, das Problem, das eine solche Erkrankung einfach IST, adäquat behandelt wird. Statt dass man sich um die Probleme kümmert, wird um das IMAGE von Diagnosen rumgetänzelt und sie werden nach "Beliebtheit" vergeben statt nach dem Zustand des Patienten.

    Ich hätte als junger Teenager schon jemanden gebraucht, der meine Symptomlast mal wirklich gesehen, erkannt und korrekt behandelt hätte. Egal welches "Image" die Diagnose hat. Weil es mir wirklich schlecht ging und meinen Eltern auch. Und meine Probleme sind absolut nicht davon weg gegangen, dass man sie umetikettiert und dann nicht weiter als solche beachtet hat. Schon gar nicht mit komplett irreführenden Fehldiagnosen. Weil Borderline nichts ist, was verschwindet, wenn man es "einfach ignoriert".

    Borderline ist IMO nicht mal ne Persönlichkeitsstörung. Es ist eine Störung der emotionalen Reizverarbeitung. Der Filter ist zu schwach und die Intensität der Emotion läuft auf "volle Pulle". Das ist der Kern, meines Erlebens nach jedenfalls. Der Rest drum herum ist nur ein Ergebnis davon.

    Ein Itachi erreicht Stellen, da kommt Schokolade gar nicht hin.

    Inside our Dream, I keep you safe.

    (- all by Haru)

  • Danke Haru! Das hast du treffend formuliert. Bei mir wurde sich jahrelang auf meine Depression und Angsterkrankung konzentriert obwohl ich schon sehr früh deutliche Anzeichen einer Borderline Erkrankung hatte. Ich war damals in einer Selbsthilfegruppe für Angsterkrankung und ich kann mich noch gut daran erinnern dass die Leiterin (eine Psychologin) meinte ich hätte höchstwahrscheinlich Borderline.

    Aber mir wurde auch schon gesagt dass man diese Diagnose am besten nirgends stehen haben sollte, weil Borderliner für viele als nicht therapierbar gehalten werden. Dieses Vorurteil war auch tatsächlich das erste was ich über Borderline gelesen habe und deswegen hatte ich auch zunächst Angst als mir dann die Diagnose gestellt wurde.

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