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Depressionen

  • Shalin
  • 8. Februar 2023 um 06:21

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  • 1 [Es gibt verschiedene Formen und Verlaufstypen der Depression, Depressionen gehören in den Bereich der Affektiven Störungen]

    [Hope2022]


    [19.01.2023]


    Depressionen: [andere Psychiatrische Krankheitsbilder]


    [Depressionen]

    Das internationale Klassifikationssystem (ICD 10) der psychischen Störungen unterscheidet nach der Verlaufsform und dem Schweregrad der Depressionen. Es werden unterschieden zwischen einer:

    F.32.0 depressive Episode – die meisten Aktivitäten können noch bewältigt werden

    F.32.1 mittelgradige depressive Episode – massiv eingeschränkt- Alltag nicht mehr zu bewältigen

    F.32.2 schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome – keine Alltagsaktivitäten mehr zu bewältigen

    F.32.3 schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen – keine Alltagsaktivitäten mehr zu bewältigen


    depressive Episode:

    Um überhaupt von einer depressiven Episode sprechen zu können, müssen die depressiven Symptome mindestens 2 Wochen lang, mehr oder weniger durchgängig anhaltend vorhanden sein.

    Die depressiven Episoden zeigen meist eine unterschiedliche Schwere an. Die Länge des Verlaufs ist dabei variabel. Statistiken weisen meist auf eine abgrenzbaren Phasendauer von ca. 4 bis 6 Monaten hin. Bei ca. 15% der Fälle kann die Phase einen verlängerten Krankheitsverlauf nehmen und bis zu über einem Jahr betragen. Eine depressive Episode kann in jedem Lebensalter erstmalig auftreten. Die meisten Ersterkrankungen finden sich jedoch im jungen Erwachsenenalter. Eine realistische Chance zur Remission, d. h. des vollständigen Abklingens der depressiven Symptomatik ist gut. Es bleibt jedoch bei ca. 1/3 der Fälle einer unbehandelten Episode, nach Abklingen der Symptome, eine depressive Restsymptomatik zurück. Bei bis zu 50 bis 75% aller Erkrankungen bleibt es nicht bei einer einmaligen Episode. Je schwerer eine Episode, desto höher die Möglichkeit psychotischer Symptome, wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Verarmungswahn, Suizidalität, Trink-, und Nahrungsstörung, so gut wie keine Alltagsaktivitäten mehr möglich. Massiv verringerter Selbstwert, motorische Hemmung oder Stupor, viele körperliche Symptome


    F.33.0 rezidivierende depressive Episode gegenwärtig leichte Episode

    F.33.1 rezidivierende depressive Episode gegenwärtig mittelgradige Episode

    F.33.2 rezidivierende depressive Episode gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome

    F.33.3 rezidivierende depressive Episode gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen

    F.33.4 rezidivierende depressive Episode gegenwärtig remittiert ( Krankheitssymtome sind aktuell nicht mehr da)


    Rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung:

    Wenn mehrere voneinander abgrenzbare depressive Phasen auftreten, spricht man von einer rezidivierenden depressiven Störung. Es kann auch hier im Allgemeinen von einer vollständigen Genesung nach dem Abklingen der jeweiligen Phase ausgegangen werden. Allerdings kann bei bis zu 20% die rezidivierende depressive Störung in einen chronischen Verlauf übergehen. Die Gefahr nach einer depressiven Phase eine manische Phase zu entwickeln besteht immer.


    F.34.1 Dysthymia - hierbei handelt es sich um eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung (F33.-) zu erfüllen.

    Dysthymia:

    Die Dysthymia wird durch ihren Ausprägungsgrad eher, als eine leichtere Depression verstanden, die jedoch meist einen chronischen Verlauf nimmt. Der Beginn ist meist im Jugendalter. Es kann erst dann von einer Dysthymia gesprochen werden, wenn die depressive Symptomatik mindestens über zwei Jahre hinweg besteht. Obwohl die Dysthymia eher als leichtere depressive Verstimmung bezeichnet wird, so darf auf keinen Fall verkannt werden, dass auch hier durch einen unbehandelten oft chronischen Verlauf über die Lebenszeit hinweg, ein massiver und erheblicher Leidensdruck entsteht. Die Schwierigkeit besteht hier bei dieser Verlaufsform, dass diese in der allgemeinen Bevölkerung oft unbehandelt bleiben, da der Betroffene selbst sich keiner Erkrankung bewusst ist und daher keine Hilfe in Anspruch nimmt.


    F.34.0 Zyklothymie - hierbei handelt es sich um eine andauernde Instabilität der Stimmung mit zahlreichen Perioden von Depression und leicht gehobener Stimmung (Hypomanie), von denen aber keine ausreichend schwer und anhaltend genug ist, um die Kriterien für eine bipolare affektive Störung (F31.-) oder rezidivierende depressive Störung (F33.-) zu erfüllen. Diese Störung kommt häufig bei Verwandten von Patienten mit bipolarer affektiver Störung vor. Einige Patienten mit Zyklothymia entwickeln schließlich selbst eine bipolare affektive Störung.


    Zyklothymie:

    Sollte es im Verlauf einer rezidivierenden depressiven Störung zumindest einmal zu einer manischen Phase kommen, so spricht man von einer Zyklothymie. Diese manischen Phasen können vereinfacht, als das Gegenstück einer Depression verstanden werden. Das Kennzeichen sind grundlose Heiterkeit, gesteigerter Rededrang, ein größerer Bewegungs- und Betätigungsdrang, rasche Entschlusskraft, Selbstüberschätzung, Gedankenflüchtigkeit, ein geringes Schlafbedürfnis, die Symptomatik kann in der Folge und der geringen Selbsteinschätzung selbstschädigend werden.


    Untergruppen der Depressionsformen

    Bei den unten aufgeführten Formen von Depression handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild. Die Häufung in bestimmten Altersphasen oder kritischen Lebenssituationen, lässt jedoch eine zusammenfassende Beschreibung zu.


    Involutions-/Spätdepression:

    Nach dem 45. Lebensjahr


    Altersdepression:

    Nach dem 60. Lebensjahr spricht man von einer Altersdepression. Es muss wie bei all den anderen Vorgehensweisen bei einer Ersterkrankung, auch bei der Altersdepression eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden. Die Altersdepression ist meist eher seelisch bedingt, da Probleme und Konflikte im fortgeschrittenen Alter, oft mit dem Älterwerden zu tun haben, evtl. auch massive Trauerreaktionen im Vorfeld stattgefunden haben, wie Tod des Partners, Renteneintritt usw.


    Wochenbettdepression:

    Selbsterklärend, Die Wochenbett - Depression tritt meist in den ersten Tagen oder der zweiten Woche nach der Entbindung auf. Sie kann jedoch auch Zeitverzögert, um 6 - 8 Wochen später auftreten. Neben den hormonellen Umstellungsvorgängen, kann auch die psychische Anpassung an die neue Rolle, möglicherweise nur erschwert geleistet werden. Es spielen neben der Überforderung durch den Säugling auch veränderte Beziehungsdynamiken eine Rolle.


    Erschöpfungsdepression:

    Auftretend meist nach langjähriger affektiver Dauerbelastung bzw. Wiederholten schweren Psychotraumen. Auslöser sind stark anhaltende gefühlsmäßige Belastungen. Diese können durch berufliche Dauerbelastung oder private Belastung ausgelöst werden. Es treten bei dieser Depressionsform häufig zusätzlich körperliche Beschwerden auf.

    Die Betroffenen neigen dazu, es jedem recht machen zu wollen und sind nur unzureichend in der Lage sich abzugrenzen. Sie verstricken sich dabei oftmals in Konflikten und fühlen sich innerlich zerrieben, zwischen Berufsleben und den Anforderungen in der Familie. Die Leitsymptome dieser Depression sind Resignation, Ausgeliefertsein und Ohnmacht.


    Klimakterische Depression:

    Diese tritt erstmals in den Wechseljahren der Frau auf. Es spielen Ursächlich neben körperlichen und hormonellen Faktoren, vor allem auch psychische Veränderungen in der Beziehung und das Erleben in der Sexualität eine Rolle. Die veränderte Beziehung zu den eigenen Kindern ist ebenso eine große Hürde die gemeistert werden muss. Es kündigt sich auch der biologische Eintritt in eine neue Lebensphase an, welcher psychologisch bewältigt werden muss.


    ”Rapid-Cycling”:

    Mehr als 4 depressive und/oder manische Phasen pro Jahr


    Double Depression:

    Von einer Double Depression spricht man, wenn sich über eine Dysthymia eine depressive Episode aufsattelt. Diese ist jedoch zeitlich begrenzt.


    Larvierte Depression:

    Das Kardinalzeichen einer larvierten Depression ist, dass die Depression hinter zahlreichen körperlichen Beschwerden versteckt bleibt. Das Gefühl einer körperlichen Erkrankung lässt den Betroffenen eine Vielzahl von Spezialisten aufsuchen ohne, dass eine Ursache der Erkrankung erkannt wird. Erst eine eingehende psychiatrische Untersuchung deckt die Depressive Erkrankung auf und eine fachspezifische Behandlung kann eingeleitet werden.


    Winterdepression:

    Von der saisonal bedingten Depression auch Winterdepression genannt, spricht man, wenn die Erkrankung gehäuft in den dunklen Jahreszeiten auftritt. Die Verlaufsformen sind meist eher leichte bis mittelschwere Phasen. Eine gestörte Melatonin Ausschüttung im Zwischenhirn wird als Ursache angenommen.


    Sekundäre Depression:

    Im Verlauf einer z.B. schweren oder chronischen Angsterkrankung, sowie einer möglichen Zwangserkrankung kann sich in Folge eine sekundäre Depression entwickeln. Es wird vermutet, dass der jahrelange innerpsychische Konflikt mit den Ängsten und Zwängen, die Lebensenergie des Menschen so bindet, dass sein Lebensradius, seine inneren Handlungen und seine Gestaltungsfreiheit massiv beeinträchtigt sind, dass ein Auftreten einer Depression als psychische Reaktion darauf zu verstehen ist.


    Agitierte Depression:

    Die typischen Symptome wie Antriebslosigkeit und sozialer Rückzug sind die Merkmale einer herkömmlichen Depression. Daher fällt die agitierte Depression gerade durch ihre gegensätzlichen Symptome auf:

    • Gesteigertes Mitteilungsbedürfnis
    • Aktionismus / Überaktivität
    • Zittern
    • Zielloses Handeln und Denken
    • Ausgeprägter Perfektionismus, das Streben nach äußerlicher Perfektion (Körper, Beruf…)
    • Ruhelosigkeit
    • das Gefühl getrieben zu werden
    • ständiges Bewegen der Hände und allgemeiner Bewegungsdrang

    Ebenfalls sind die klassischen Symptome der Depression wie Schlafstörungen, Zukunftsangst und verminderte Konzentrationsfähigkeit vorhanden. Jedoch werden diese versucht durch Aktionismus zu überspielen, genauso wie die Interessenslosigkeit und die depressive Stimmung. Das Risiko ist oft, dass diese Depressionsform nicht erkannt wird, da die Betroffenen sehr lange als Leistungsfähig angesehen werden.


    Ursache oder Hypothese - Auch Ärzte und all die anderen Behandler kommen trotz objektivierbaren Zeit- und Verlaufskriterien, sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen auch nicht ohne Hypothesen aus.

    Sie unterscheiden zwischen 3 Hypothesen:

    • Der Psychogenen Depression - Störung der psychischen Erlebnisverarbeitung die neurotische Depression - hier sind häufig in der Vorgeschichte Brückensymtome, wie Selbstunsicherheit, Enuresis (einnässen), Nägelkauen, ängstliche Gehemmtheit - oder der reaktiven Depression also die Reaktion auf einen Trauerfall, eine Scheidung, einen Jobverlust usw. vorhanden.
    • Der Endogenen Depression - von innen kommend (durch Genetische Belastung, dispositionell, biologisch
    • Der Somatogenen Depression - organisch, körperlich, medikamentös, oder durch andere Erkrankungen ausgelöst
    • verschiedene Schlafmittel
    • Neuroleptika
    • einige Blutdrucksenker
    • chronischer Alkoholmissbrauch
    • Cortison Präparate
    • Hormonpräparate (frühere Präparate der Pille

    Psychogene Depression

    Die psychogene Depression stellt die größte Gruppe in den Klassifikationen dar. Während bei den meisten Dysthymien, welche früher als neurotische Depression bezeichnet wurde und den depressiven Episoden, die als eine Reaktion auf ein massiv erschütterndes Lebensereignis auftreten bzw. sich mehrfach wiederholenden Erschütterungen, ist davon auszugehen, dass psychologische Faktoren eine wesentliche, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle spielen. Bei der Betrachtung des lebensgeschichtlichen Zusammenhanges zeigt sich überaus häufig typische Konflikte in sehr frühen und prägenden Kindheitsjahren, die von der betreffenden Person derart massiv verinnerlicht werden und im Erwachsenenalter ihre Relevanz behalten.


    Endogene Depression

    Bei der endogenen Depression geht man davon aus, dass es depressive Erkrankungen gibt, bei welchen man sagen könnte, sie verlaufen eigengesetzlich. Dabei wird davon ausgegangen, dass seelische/erlebnisreaktive Vorkommnisse keine Rolle spielen. Aus der Forschung ist bekannt, dass sich bei dieser Depressionsform unter Blutsverwandten häufig depressiv erkrankte Menschen finden, jedoch kann man nicht von einfachen Erbvorgängen ausgehen, welche auf direktem Weg auf die nächste Generation weitergegeben wird. Als Hauptursächlich werden die Stoffwechselvorgänge im Gehirn vermutet, dass diese gestört sind und es an biologischen Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin mangelt, bzw. die Aufnahme und Abgabe gestört ist. Diese Form wurde in der Vergangenheit oft ausschließlich mit Antidepressiva oder bei schweren Depressionen mit psychotischen Symptomen begleitend auch mit Neuroleptika behandelt. Dabei spielte die Psychotherapie eine eher untergeordnete Rolle.

    Diese Hypothese der endogenen Depressionen lässt sich in dieser Ausschließlichkeit heute nicht mehr halten. Es zeigt sich zum einen bei genauerer Betrachtung, dass auch bei dieser scheinbar selbstgesetzlich verlaufender (endogenen) Depression häufig ebenfalls maßgebliche psychoreaktive Faktoren vorhanden sind, welche zumindest als mit verantwortlich für die jeweilige depressive Phase angesehen werden müssen. Außerdem besteht das Wissen, dass auch bei der psychogenen Depression Abweichungen im Stoffwechsel der Neurotransmitter vorliegen, weshalb auch hier Antidepressiva durchaus wirksam sein kann.


    Somatogene oder organische Depression

    Das sind solche Depressionsformen, die ihren Ursprung in Erkrankungen des Gehirns haben, oder auf eine nicht im Gehirn lokalisierbare Körpererkrankungen, oder aber auf Medikamentennebenwirkungen zurückzuführen sind.


    Hirnerkrankungen:

    • Parkinsonkrankheit
    • Hirnarteriosklerose
    • entzündliche Erkrankungen des Gehirns
    • Hirntumore
    • Schlaganfall
    • Epilepsie

    Körperkrankheiten:

    • Vitamin-Mangel-Erkrankungen
    • Lebererkrankungen
    • Infektionskrankheiten wie Aids, Tuberkulose Lungenentzündung
    • Schilddrüsenfunktionsstörungen
    • Schilddrüsenfunktionsstörungen
    • Nierenerkrankungen
    • chronische Herz-Kreislauferkrankungen

    Medikamente:

    • verschiedene Schlafmittel
    • Neuroleptika
    • einige Blutdrucksenker
    • chronischer Alkoholmissbrauch
    • Cortison Präparate

    Hormonpräparate (frühere Präparate der Pille)


    Depressionen in ihren ganz verschiedenen Verlaufsformen stellen die häufigste psychische Störung im psychiatrischen Bereich dar

    Mehr als 10 % der Gesamtbevölkerung leiden an depressiven Störungen. Schwere und damit unbedingt behandlungsbedürftiger depressiver Erkrankungen werden mit 2 - 7 % angegeben. Das Risiko eines Menschen im Laufe seines Lebens, zumindest einmal an einer Depression zu erkranken, wird mit 7 - 18 % bewertet. Schaut man sich diese Zahlen an, dann ist es verständlich das die depressiven Erkrankungen oft als Volkskrankheit bezeichnet werden. Von Selbstdiagnosen sollte Abstand genommen werden, da die Depression sehr vielschichtig ist, ist es einem Arzt vorbehalten sie von einer normalen und nicht krankhaften Trauerreaktion zu unterscheiden und die Behandlung einzuleiten. Bei Zweifel oder einer sehr schweren Symptomatik überweist der Hausarzt an den Facharzt weiter.

    Tragisch ist, dass die ganze Person von der Depression erfasst wird. So ist das Gefühlsleben, der Denkapparat, der zwischenmenschliche Austausch, die Belastbarkeit und die Leistungsfähigkeit betroffen. Ebenso präsentieren sich vielfältige körperliche Symptome.


    Psychische Symptome der Depression

    Gefühle:

    Die Stimmung ist unglücklich, niedergeschlagen und bedrückt. Der Betroffene ist verzweifelt und resigniert. Entweder ist die Tendenz bei Kleinigkeiten gleich in Tränen auszubrechen oder es fließen überhaupt keine Tränen mehr. Die Fähigkeit sich über positive Lebensereignisse zu freuen ist massiv eingeschränkt. Das Gefühl der Gefühllosigkeit wir oft beschrieben. Es scheint als ob sich die Liebe aus dem Leben der Betroffenen verabschiedet habe. Oft wird eine seelische Mauer beschrieben die, die Betroffenen vom sozialen Leben abtrennt.

    Energie/Antrieb:

    Ein depressiver Mensch leidet sehr daran, sich nicht aufraffen zu können, um etwas zu tun. Es ist nicht ein fehlender Wille, welcher die Aktivitäten blockiert. Sondern die Ausgeprägte Lustlosigkeit, die Antriebslosigkeit, die Kraftlosigkeit und der Mangel an Schwung und Eigeninitiative verhindert ein Vorwärts kommen, bzw. ein in Aktion kommen. Diese Hemmung kann sogar bei einer schweren Form der Depression von außen wahrgenommen werden.

    Aufmerksamkeit/Konzentration:

    Die Betroffenen klagen häufig über einen massiven Mangel der Konzentrationsfähigkeit. Sich längere Zeit mit einer Sache zu beschäftigen ist schwer. Das Denken ist häufig abgehackt und wie blockiert, zu dem ist die Merkfähigkeit stark eingeschränkt. Die Aufmerksamkeit kann nicht mehr auf private und berufliche Belange gehalten werden, sie verengt sich zu einem Tunnelhaften erleben. Sich mit mehreren Dingen gleichzeitig zu beschäftigen, ein sogenanntes Multitasking, ist nicht mehr möglich. Der Betroffene wirkt meist abwesend, wie mit den Gedanken wo anders.

    Denken:

    Für eine Depression typisch ist das grüblerische Denken. Ein kreisen, um die gleichen Gedanken und Vorkommnisse, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Die Denkinhalte werden überbewertet und an frühere Situationen gekoppelt. Das typische schlechte Gewissen setzt ein und ein weiterer Beweis der Unzulänglichkeit ist gefunden. Entscheidungen können nicht mehr, oder nur sehr eingeschränkt getroffen werden. Selbst kleine Alltagsentscheidungen bringen einen schwer Betroffenen in Not und werden in ein grüblerisches Abwägen gezogen

    Selbstwert:

    Bei einer Depression sind die Betroffenen oft sehr dünnhäutig. Sie reagieren meist sehr sensibel gegenüber Kritik und fühlen sie sich schnell angegriffen. Es besteht die Neigung schnell Schuldgefühle zu entwickeln, gerade auch dort, wo es nicht um eigenes Verschulden geht. Das Selbstwertgefühl ist massiv reduziert, schwer depressive Menschen erleben sich als eine Last für ihr Umfeld und entwickeln darüber suizidale Gedanken. Die Gefahr ist enorm das ein Depressiver Suizid begeht, schließlich verlaufen 50% aller Suizidersuche tödlich.

    Zwischenmenschliches und Berufliches:

    Früher gern ausgeführte Hobbys werden vernachlässigt. Der Kontakt wird stark oder ganz eingeschränkt. Verabredungen werden oft mit fadenscheinigen Ausreden abgesagt. Der Rückzug in die soziale Isolation beginnt oft schleichend. Die Sorge bei Bekannten oder Freunden, oder dem Arbeitgeber auf Unverständnis wegen der Erkrankung zu stoßen ist groß. Ein Schweigen darüber, verschlimmert oftmals die Störung die sich daraus im sozialen Kontakt ergibt. Ein Leistungsabfall in der Arbeitswelt, kann auch eine Hausfrau betreffen, entsteht aus einer andauernd gefühlten oder tatsächlichen Überforderung.


    Körperliche Symptome

    Schlafstörungen:

    Es können Einschlafstörungen auftreten, diese sind insgesamt jedoch weniger typisch als Durchschlafstörungen, die so gut wie bei keiner Depression fehlen. Bei einer schweren Depression erwacht der Betroffene bei dem Höhepunkt der Depression bereits nach ein oder zwei Stunden wieder und kann für längere Zeit nicht wieder einschlafen. Es können jedoch auch viele Wachphasen auftreten die einen eher oberflächlichen Schlaf behindern. Gehäuft wird über Albträume geklagt, der Morgen danach ist gekennzeichnet von dem Gefühl des gerädert seins.

    Appetit:

    Bei einer schweren Depression geht häufig eine Appetitlosigkeit und starkem Gewichtsverlust einher, die Betreffenden fürchten sich nicht selten an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden. Bei der atypischen Depression kommt es eher zu Gewichtzunahme und gesteigertem Appetit.

    Kopfdruck:

    Die Patienten klagen typischer weise über einen diffusen Druck im ganzen Kopf, dass Gefühl einen Helm zu tragen, oder als wäre der Kopf in einen Schraubstock gepresst, ist meist da. Der Kopfschmerz präsentiert sich nicht in Form von einem pochen, stechen, oder hämmern. Kann jedoch durch eine Begleiterkrankung durchaus vorhanden sein.

    Atmung:

    Die Empfindung des Brustkorbs kann man am besten, als Enge und Druck definieren. Ein schweres und flaches Atmen und Keuchen sind gehäuft.

    Herzbeschwerden:

    Das Tätigkeit des Herzens wird mit Klopfen, Rasen, Stechen und Brennen in der Herzgegend beschrieben, auch über ein Druckgefühl hinter dem Brustbein wird häufig geklagt.

    Kreislauf/vegetatives Nervensystem:

    Der Patient hat vermehrt Hitzewallungen und Kälteschauer. Ein zittern, leicht gerötetes Gesicht und oft kalte Hände und Füße. Er spricht sehr schnell auf Temperatur Unterschiede an. Auch der Blutdruck ist durch Schwankungen, oder Erhöhung betroffen, wackelige Knie und Schwindel können ebenso vorhanden sein

    Magen-Darm-Trakt:

    Der Darm meldet sich häufig über Blähungen, Verstopfung und teilweise Durchfall. Der Magen kann mit Erbrechen, Übelkeit und Brechreiz, oder Sodbrennen reagieren.


    Wie definiert sich die Diagnosestellung einer Depression?

    Da die die Diagnosestellung einer Depression anhand der internationalen Klassifikation Psychischer Störungen (ICD 10) geschieht, wird nach Hauptsymptomen und Zusatzsymptomen unterschieden. Über die Anzahl der vorhandenen Haupt- und Zusatzsymptomen, wird über den Schweregrad einer Depression entschieden. Vereinfacht gesagt, ist bei einer leichten Depression das Leiden eines Betroffenen sozial und beruflich oft noch kompensiert, dieser Mensch kann unter großen Anstrengungen seinen sozialen Verpflichtungen noch nachkommen. Jedoch bei einer mittelschweren Depression ist die Funktionsfähigkeit, z. B. im Beruf, bereits stellenweise beeinträchtigt. Sehen wir uns die schwere Depression hingegen an, ist die krankheitsbedingte Beeinträchtigung so hoch, dass der Betroffene in seinem gesamten Lebensablauf, seine sozialen und beruflichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann.


    Die Behandlung der Depression

    Es herrscht weitgehend Einvernehmen, was die Behandlung der Depression betrifft. Die Prinzipien der Behandlung der Depressionen beinhalten psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlungsansätze, bevor jedoch mit der Behandlung begonnen werden kann, ist eine gezielte Diagnostik wichtig. Die Feststellung, dass ein Mensch depressiv ist, reicht in keinem Fall. Wie die Ursachen-, und Hypothesen Auflistung beschreibt, ist eine gründliche Diagnosen Stellung wichtig, ebenso müssen die unterschiedlichen Verlaufsformen berücksichtigt werden, um die richtige Behandlung einzuleiten. Dazu gehört ebenfalls die Körperuntersuchung, eine medi. Anamnese und Identifizierung vorausgehender und aufrechterhaltender Krankheitsfaktoren.

    Es geht auch darum, dass möglichst genau erfasst wird, wo die Problematik des Betroffenen am meisten Leiden verursacht. Co-Morbilitäten (ein Vorkommen von weiteren psychischen Störungen wie z.B. die Angststörung oder körperliche Störungen) sollten auch im Auge behalten werden, da diese in den Behandlungsverlauf unbewusst eingreifen können.

    Bis zu 75-90 aller Fälle beinhalten weitere psychische Störungen wie:

    Sex. Störung, Posttraumatische Belastungsstörung, Essstörung, Zwänge, Angststörungen, Abhängigkeit von Substanzen, somatoforme Störungen ( funktion. Körperstörung ohne Organbefund), Persönlichkeitsstörungen.


    Psychotherapeutische Behandlungsansätze stehen im Vordergrund bei:

    • den Dysthymien
    • Einer depressiven Episode, wenn es eine reaktive Depression ist, im Sinne von psychosozialen Faktoren
    • Rez.Depression, wenn soziale und psychische Faktoren, einen offensichtlichen Einfluss auf die Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung haben.

    Eine Reihe von Faktoren spielen bei der Frage, ob zur psychotherapeutischen Behandlung eine zusätzliche psychopharmakologische Behandlung durchgeführt wird, eine Rolle. Grundsätzlich gilt, je schwerer die Symptomatik, umso eher wird auf eine begleitende Behandlung mit Antidepressiva und/oder Neuroleptika abgezielt. Es wäre ein Kunstfehler einem an einer schweren Depression leidenden Menschen keine Antidepressiva anzubieten.


    Leichte depressive Erkrankungen können durchaus rein psychotherapeutisch behandelt werden. Es müssen vorsorglich die Chance und das Risiko ausgelotet werden, da die Nebenwirkungen, teilweise auch abhängig vom Antidepressiva Typ nicht unerheblich sind. Es ist immer eine Ermessenssache ob eine Antidepressive Behandlung eingeleitet wird, da viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Der Patient sollte mit in die Entscheidung involviert werden, dass er selbstbestimmt entscheiden kann.

    Auch gibt es gibt nicht die EINE Behandlung der Depression. Eine Vielzahl an Behandlungsoptionen steht zur Verfügung. Da wären:

    Die Tiefenpsychologische Therapie – Ursächlich werden hier Konflikte aus früheren Lebensphasen angesehen, welche nicht angemessen bewältigt werden konnten und nun im Erwachsenenalter ihre krankmachende Wirkung entfalten. Oft erst Jahrzehnte später.

    Die Verhaltenstherapie – zielt darauf ab erlerntes Verhalten zu ändern. Wirkt auf das Verhalten, Denken, Gefühlen- ein.

    Die Elektrokrampftherapie (bei Therapie resistenten Depressionen)

    Die Ergotherapie – Selbstwirksamkeit steigern

    Die Psychopharmaka Therapie – Antidepressiva/Neuroleptika (eher bei schweren Depressionen)

    Die Phytotherapie (mit Pflanzenkraft gegen die Depression- eher bei leichteren Depressionen)

    Bei einer akuten und schweren Symptomatik kann auch ein Klinikaufenthalt angezeigt sein. Dort gibt es eine Vielzahl mehr an Therapien – wie Gruppentherapie- Kunsttherapie- Musiktherapie- Psychodrama- Soziotherapie – Entspannungstherapie - Körpertherapie - antriebssteigernde Therapien, wie Nordic Walking usw.

    Quelle:  ICD – 10- GM – 2023 Code Suche

    Quelle: Psychiatrie Hans-Jürgen Möller, Gerd Laux, Arno Deister MLP Duale Reihe

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